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Australischer Kardinal George Pell inhaftiert

Der australische Kardinal und frühere Papst-Vertraute George Pell ist nach seiner Verurteilung wegen Kindesmissbrauchs inhaftiert worden. Das ordnete ein Gericht in Melbourne am Mittwoch an.
Wurde nach Bekanntwerden des Schuldspruchs wegen sexuellen Missbrauchs von Chorknaben am Mittwoch verhaftet: George Pell, australischer Kardinal und frühere Nummer drei im Vatikan. (Bild: KEYSTONE/AP/ANDY BROWNBILL)

Wurde nach Bekanntwerden des Schuldspruchs wegen sexuellen Missbrauchs von Chorknaben am Mittwoch verhaftet: George Pell, australischer Kardinal und frühere Nummer drei im Vatikan. (Bild: KEYSTONE/AP/ANDY BROWNBILL)

(sda/afp/dpa)

Der Vorsitzende Richter Peter Kidd verzichtete darauf, dem 77-Jährigen wegen seines Alters oder seines Gesundheitszustands Haftverschonung zu gewähren. Zuvor hatten die Anwälte des Kirchenmannes einen Antrag zurückgezogen, dass der Geistliche gegen Kaution auf freiem Fuss bleiben darf.

Beim Gerichtstermin am Mittwoch warf Staatsanwalt Mark Gibson dem Kardinal vor, keine «Reue» gezeigt zu haben. «Er hat nicht die Verantwortung für seine Taten übernommen.»

Richter Peter Kidd warf Pell eine «herzlose, schamlose Straftat» vor. Der Kardinal habe Vertrauen missbraucht und zwei «verwundbare» Jungen ausgenutzt, die der Kirche anvertraut worden waren. Nach Ende der Anhörung wurde Pell aus dem Gerichtssaal geführt.

Übergriffe in der Kathedrale

Pell war vom Gericht in erster Instanz für schuldig befunden worden, sich in den 1990er Jahren als Erzbischof in der Kathedrale von Melbourne an zwei 13-jährigen Chorknaben vergangen zu haben. Er soll sich in der Sakristei der Kathedrale vor zwei Jungen entblösst, einen von ihnen zum Oralsex gezwungen und die Jungen unsittlich berührt haben.

Pell ist der bisher ranghöchster Vertreter der katholischen Kirche, der wegen Kindesmissbrauchs schuldig gesprochen wurde. Das Strafmass soll am 13. März verkündet werden. Pell drohen laut Staatsanwaltschaft insgesamt bis zu 50 Jahre Haft. Der Schuldspruch wurde wegen eines anderen laufenden Verfahrens monatelang unter Verschluss gehalten und erst am Dienstag bekannt.

Der Kardinal bestreitet alle Vorwürfe. Als Finanzchef war der Australier praktisch die Nummer drei des Vatikans. Pell gehörte auch zu den engsten Beratern des Papstes.

Nicht mehr Finanzchef im Vatikan

Der Vatikan bestätigte am Dienstagabend, dass der Kurienkardinal nicht länger Finanzchef des Vatikans ist. «Ich kann bestätigen, dass Kardinal George Pell nicht mehr Präfekt des Wirtschaftssekretariats des Vatikans ist», schrieb Vatikansprecher Alessandro Gisotti beim Kurzmitteilungsdienst Twitter.

Pell hatte das Amt seit 2014 inne, das Mandat dauert üblicherweise fünf Jahre. Der Kardinal war aber bereits seit geraumer Zeit beurlaubt.

Der Schuldspruch gegen Pell ist ein neuer harter Schlag für die katholische Kirche. Der Kardinal war lange Zeit einer der einflussreichsten katholischen Geistlichen. 2003 wurde er in das Kardinalskollegium berufen, das unter anderem den Papst wählt.

Die katholische Kirche sieht sich seit Jahren mit Missbrauchsskandalen in vielen Ländern konfrontiert. Dabei geht es auch um Vorwürfe der Vertuschung. Erst am Sonntag war im Vatikan ein mehrtägiger Krisengipfel zum Thema Kindesmissbrauch zu Ende gegangen. Papst Franziskus hatte zum Abschluss des Treffens versichert, die Kirche werde künftig jeden einzelnen Fall mit «äusserster Ernsthaftigkeit» verfolgen. Konkrete Massnahmen kündigte der Papst aber nicht an.

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