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Ärzte ohne Grenzen fordert rasche Lösung für Flüchtlingsschiff

Während die politische Verantwortung für die Geretteten an Bord der "Aquarius" weiter diskutiert wird, hat die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) eine rasche Lösung für die 629 Flüchtlinge gefordert.
Ärzte ohne Grenzen fordert, dass die 629 Menschen auf der "Aquarius" im nächsten Hafen an Land gehen können. Die Organisation ist besorgt darüber, wie schwierig es geworden ist, Menschen aus Seenot zu retten. Gemäss Völkerrecht ist das jedoch Pflicht. (Bild vom Sonntag) (Bild: KEYSTONE/AP/EMILIO MORENATTI)

Ärzte ohne Grenzen fordert, dass die 629 Menschen auf der "Aquarius" im nächsten Hafen an Land gehen können. Die Organisation ist besorgt darüber, wie schwierig es geworden ist, Menschen aus Seenot zu retten. Gemäss Völkerrecht ist das jedoch Pflicht. (Bild vom Sonntag) (Bild: KEYSTONE/AP/EMILIO MORENATTI)

(sda/apa)

Die Kapazitätsgrenze sei überschritten, berichtete der MSF-Projektleiter auf dem Schiff, Aloys Vimard, am Dienstag. Der gesundheitliche Zustand der Menschen sei derzeit stabil, aber bei einigen Patienten könnte er sich ohne weitergehende medizinische Behandlung verschlechtern, sagte Vimard laut Mitteilung von Ärzte ohne Grenzen.

"Wir haben mehrere Menschen in kritischem Zustand behandeln müssen, darunter einige, die fast ertrunken wären, sowie Personen mit Verätzungen. Wir mussten einige Menschen wiederbeleben." Einige der ernsten Fälle müssten "sofort" in einen sicheren Hafen gebracht werden, forderte Vimard.

Auf überfülltem Deck

Derzeit sei man ausreichend ausgerüstet, um alle an Bord behandeln zu können, aber "mit so vielen Menschen auf einem überfüllten offenen Deck, wo sie Sonne und Wasser ausgesetzt sind, sind wir besorgt, dass Hitzschläge und Dehydrierung auftreten können", erklärte Vimard.

Für Lebensmittelnachschub sorgte laut Ärzte ohne Grenzen ein Schiff aus Malta, nachdem die eigenen Vorräte am Montagabend aufgebraucht waren. "Aber es reicht nur für eine Mahlzeit", so Vimard.

Spanien hat zwar angeboten, die "Aquarius" in Valencia einlaufen zu lassen, "doch bis dorthin brauchen wir mehrere Tage". "Wir sind kein Passagierschiff. Wir fordern dringend, die Menschen im nächstgelegenen sicheren Hafen an Land gehen zu lassen", appellierte der MSF-Projektleiter.

MSF sehr besorgt

Man sei "extrem besorgt darüber, wie schwierig es geworden ist, Menschen aus Seenot zu retten. Wir sind humanitäre Helfer, die schlicht hier sind, um Menschenleben zu retten und die Menschen in Sicherheit zu bringen". Das alles geschehe im Einklang mit dem Völkerrecht.

Die neue Regierung in Italien hatte dem Schiff von Ärzte ohne Grenzen und SOS Mediterranee am Wochenende untersagt, in einen Hafen des Landes einzufahren - ein bisher einzigartiger Schritt.

Am Montagabend erklärte dann die spanische Regierung unter dem neuen Ministerpräsidenten Pedro Sanchez, die "Aquarius" aus humanitären Gründen in Valencia einlaufen zu lassen. Auch die Regionalregierung in Korsika bot am Dienstag an, das Schiff mit den 629 Asylsuchenden - darunter 123 unbegleitete Minderjährige, elf Kinder und sechs schwangere Frauen - aufnehmen zu können.

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