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Brückeneinsturz in Genua: Mindestens 35 Tote

In der italienischen Hafenstadt ist am Dienstagvormittag eine vierspurige Autobahnbrücke zusammengebrochen. Mindestens 35 Menschen kamen dabei ums Leben, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die Feuerwehr.
Die Trümmer der Brücke: Über 30 Menschen starben beim Einsturz in Genua. (Bild: KEYSTONE/AP ANSA/LUCA ZENNARO)

Die Trümmer der Brücke: Über 30 Menschen starben beim Einsturz in Genua. (Bild: KEYSTONE/AP ANSA/LUCA ZENNARO)

(sda/dpa)

Auch der italienische Innenminister Matteo Salvini sagte zuvor, es gebe etwa «30 bestätigte Tote und viele Schwerverletzte». Offiziell bestätigt sind bislang 26 Todesoper, wie die Region Ligurien am Abend mitteilte. 15 seien verletzt, neun davon in sehr kritischem Zustand. Regierungschef Giuseppe Conte sagte in Genua, dass die Zahlen steigen dürften.

Die Rettungskräfte wollten in der Nacht weiter suchen, sagte am Abend der Einsatzleiter des Zivilschutzes, Luigi D'Angelo. «Wir werden nicht aufhören zu suchen», sagte D'Angelo. Elf Überlebende waren bislang aus den Trümmern geborgen worden, sagte Bürgermeister Marco Bucci gegen Abend dem Fernsehsender SkyTG24.

Über allfällige Schweizer Opfer lagen dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Dienstagnachmittag keine Informationen vor, wie es auf Anfrage der Agentur Keystone-SDA mitteilte. Das Generalkonsulat der Schweiz in Mailand stehe in Kontakt mit den lokalen Behörden.

Autos stürzten in die Tiefe

Die Brücke war am Dienstagvormittag eingestürzt. Nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur Ansa stürzte die Brücke in mehr als 40 Metern Höhe auf einem etwa 200 Meter langem Stück ein. Die Tageszeitung «La Repubblica» schrieb online, dass mehrere Autos in die Tiefe gestürzt sein könnten.

Bei der Brücke handelt es sich um den Ponte Morandi, der auch als Polcevera-Viadukt bezeichnet wird und unter anderem Gleisanlagen und ein Gewerbegebiet überquert. Der Einsturz riss mehrere Fahrzeuge mit. «Zahlreiche Autos» seien zwischen den Trümmern eingequetscht worden, berichtete Ansa unter Berufung auf Polizeikreise.

Mehrere Lastwagen seien im Fluss Polvecera gelandet, über den die mehr als 40 Meter hohe Brücke der A10 auch führt. In der Nähe der Brücke seien nach dem Einsturz vorsichtshalber Häuser evakuiert worden.

Auf einem Video, den die italienische Polizei ins Internet stellte, sind zwei Teile einer abgebrochenen Brücke zu sehen. Zwischen beiden Seiten klafft eine riesige Lücke. In einem anderen Video sind Stimmen von Menschen zu hören, die aus der Ferne den Einsturz sehen und geschockt aufschreien.

Innenminister erbost über Unglück

Italiens Innenminister Matteo Salvini reagierte betroffen und erbost auf das Unglück in der nordwestitalienischen Hafenstadt. Er selbst sei «hunderte Male» über die Morandi-Brücke gefahren, sagte der Innenminister bei einer Pressekonferenz im sizilianischen Catania.

Nach ihrem Einsturz werde er «alles dafür tun, um die Namen der Verantwortlichen in der Vergangenheit und Gegenwart zu bekommen». Es sei «nicht akzeptabel, auf diese Weise in Italien zu sterben».

Der Polcevera-Viadukt, das umgangssprachlich nach seinem Planer Riccardo Morandi benannt ist, ist eine innerstädtische Autobahnbrücke mit einer Gesamtlänge von 1182 Metern. Die Schrägseilbrücke im Westen der Stadt wurde 1967 fertiggestellt. Sie bildet den Beginn der A10 von Genua nach Ventimiglia, die entlang der italienischen Riviera durch Ligurien bis zur französischen Grenze verläuft. Vor zwei Jahren wurde an ihr gearbeitet.

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