Zahl der Erwerbstätigen in der
Schweiz sinkt so stark wie zuletzt 1993

In den vergangen drei Monaten ist die Zahl der Erwerbstätigen in der Schweiz um 82'000 beziehungsweise 1,6 Prozent gesunken. Bei Frauen fällt der Rückgang gegenüber dem Vorjahr deutlicher aus.

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Pendler am Bahnhof Luzern: Die Zahl der Erwerbstätigen sank im zweiten Quartal 2020 deutlich.

Pendler am Bahnhof Luzern: Die Zahl der Erwerbstätigen sank im zweiten Quartal 2020 deutlich.

Urs Flueeler / KEYSTONE

(sat) Wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag mitteilte, waren im zweiten Quartal 5,017 Millionen Personen in der Schweiz erwerbstätig. Personen in Kurzarbeit sind hier mitgezählt. Im Vorjahreszeitraum lag die Zahl der Erwerbstätigen noch bei 5,099 Millionen. Laut BFS ist dies der stärkste Rückgang seit 1993. Während der Rückgang bei den Männern ein Zehntelsprozentpunkt tiefer ausfällt, ist die Zahl der erwerbstätigen Frauen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 1,7 Prozent stärker zurückgegangen.

Die Auswirkungen der Pandemie zeigen sich auch bei der Arbeitszeit. Im April, Mai und Juni arbeitete eine Person pro Woche im Schnitt 9,5 Prozent weniger als in den gleichen Monaten des Vorjahres. Vor allem die Selbständigerwerbenden scheinen deutlich weniger Arbeit gehabt zu haben. Bei ihnen war der Rückgang mit 13,9 Prozent überdurchschnittlich hoch.

Starker Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit

Die Coronakrise hat viele Jugendliche schwer getroffen. Die Erwerbslosenquote der 15- bis 24-Jährigen stieg in den vergangenen drei Monaten von 6,2 auf 8,4 Prozent gegenüber den Vorjahresmonaten. Die Schweiz steht aber trotz des Anstiegs nicht schlecht da im europäischen Vergleich. In der EU war die durchschnittliche Jugendarbeitslosigkeit im zweiten Quartal mit 16,4 Prozent deutlich höher.