Wegen Corona: Textilfirma Lantal muss bis zu einen Drittel der Belegschaft entlassen

Weil der Markt für die Inneneinrichtung von Flugzeugen völlig zusammengebrochen ist, gehen in Langenthal und Melchnau bis zu 75 Arbeitsplätze verloren.

Peter Walthard
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Bei Textilhersteller Lantal droht ein grosser Stellenabbau.

Bei Textilhersteller Lantal droht ein grosser Stellenabbau.

Marcel Bieri / KEYSTONE

Das Geschäft mit Textilien für Sitze und Inneneinrichtung von Flugzeugen sei während der Pandemie um 85 Prozent eingebrochen, man rechne mit einer Erholungszeit von zwei bis drei Jahren, sagte Lantal-Mitbesitzer Urs Rickenbacher am Dienstag gegenüber CH Media. Dies mache Entlassungen unumgänglich, auch müsse die Produktion reorganisiert werden. Er rechne damit, dass rund 30 Prozent der Stellen abgebaut werden müssten, an den Standorten Langenthal und Melchnau wären damit bis zu 75 Stellen betroffen. Derzeit laufe ein Konsultationsverfahren mit den Sozialpartnern und den Mitarbeitern.

Sitzbezüge, Überzüge und Vorhänge sollen in Zukunft nur noch in den USA produziert werden, nur die Erstellung von Mustern bleibe in der Schweiz. Bei der jetzigen Geschäftslage lohne es sich nicht, zwei Standorte zu betreiben, und jener in den USA sei günstiger und näher an den Kunden, so Rickenbacher. Er bedaure, dass es nun zu einem Arbeitsplatzabbau komme: «Es tut uns sehr leid, die Mitarbeitenden haben überhaupt nichts falsch gemacht», sagt Rickenbacher. Doch wegen Corona werde es noch lange dauern, bis sich das Geschäft erhole. So hätten die grossen Flugzeughersteller ihre Auslieferung verlangsamt, und viele Airlines seien mit reduzierten Flotten unterwegs. Derzeit stehen die meisten Passagierflugzeuge am Boden, so Rickenbacher.

Die Gewerkschaft Unia appelliert in einer Mitteilung an die soziale Verantwortung der Firma und fordert grosszügige Frühpensionierungen und Umschulungen. Auf keinen Fall dürfe man Mitarbeitende in der jetzigen Situation in die Arbeitslosigkeit entlassen, so die Gewerkschaft.