Wegen Corona: Der Reisebranche
steht das «Wasser bis zum Hals»

Der Präsident des Schweizer Reise-Verbands hat düstere Prognosen für die Reisebranche. Ohne Hilfe des Bundesrats müsste die Hälfte aller Reisebüros im Winter schliessen.

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Ein leerer Strand in den Niederlanden.

Ein leerer Strand in den Niederlanden.

Sem Van Der Wal / EPA

(mg) «Es geht um Leben oder Sterben», sagt Max E. Katz, Präsident des Schweizer Reise-Verbands im Interview mit der «NZZ am Sonntag». Dabei spricht er über die nahende Bundesratsentscheidung über weitere Hilfe für die Reisebranche. Ohne Unterstützung werden «im Winter bedauerlicherweise bis zu 50 Prozent aller Schweizer Reisebüros schliessen müssen», so Katz. Das sei keine Dramatisierung: «Vielen steht das Wasser bis zum Hals.»

Er fordert A-fonds-perdu-Beiträge. «In Deutschland und Österreich bekommen Reisebüros bis zu 100 Prozent der Fixkosten erstattet: Miete, Informatik oder Versicherungen können so gedeckt werden», sagt Katz. Ohne Hilfe würden bis zu 4000 Vollzeitstellen wegfallen. Katz betont auch, dass die meisten Reisebüros inhabergeführte KMU seien. «Diese Inhaber und ihre Partner, die oft in der gleichen Firma arbeiten, erhalten seit 1. Juni keinen Erwerbsersatz mehr, haben also kein Einkommen», klagt Katz.

Die aktuelle Entwicklung bei den Coronazahlen sei schwierig für die Reisebüros: «Das löst Verunsicherung aus und ist Gift fürs Reisen. Dabei hat unsere Branche ihre Hoffnungen in den Herbst gesetzt, nachdem bereits das erste Halbjahr komplett ins Wasser gefallen war.»