Swiss meldet für das erste Halbjahr einen Verlust von 260 Millionen Franken

Die Fluggesellschaft Swiss verzeichnete im ersten Halbjahr 2020 einen Umsatzeinbruch von über 50 Prozent. Erst mit den Sommerferien ist eine leichte Erholung in Sicht.

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Die Swiss wurde von der Coronakrise hart getroffen und kündigt umfassende Sparmassnahmen an.

Die Swiss wurde von der Coronakrise hart getroffen und kündigt umfassende Sparmassnahmen an.

Keystone

(agl) Die weltweiten Reisebeschränkungen hätten «tiefe Spuren hinterlassen», teilte die Swiss am Donnerstag mit. Im ersten Halbjahr verzeichnete die Fluggesellschaft einen operativen Verlust von 266,4 Millionen Franken, zwei Drittel davon kamen im zweiten Quartal dazu. Der Umsatz des Unternehmens ging von Januar bis Juni um 55 Prozent auf 1,17 Milliarden Franken zurück.

Die Swiss beförderte im ersten Halbjahr insgesamt rund 3,1 Millionen Passagiere. Wie es in der Mitteilung heisst, sind das 64 Prozent weniger als im Vorjahr. Den stärksten Passagierrückgang gab es mit 99,2 Prozent im April. Vom 23. März bis zum 31. Mai bot die Swiss nur noch ein Minimalangebot an. Ab Juni wurde der Flugplan langsam wieder ausgebaut, auf 15 bis 20 Prozent der ursprünglich geplanten Kapazität.

In der Sommerferienzeit verzeichne die Swiss vor allem in Europa wieder eine starke Nachfrage, schreibt das Unternehmen. Die Auslastung liege fast auf Vorjahresniveau, wenn auch bei deutlich geringerer Kapazität. Dies sei vor allem auf touristische Reisen zurückzuführen, während der Interkontinentalverkehr sowie die Geschäftsreisen sich nur sehr langsam erholten. «Bis zum Herbst sollen mit etwa einem Drittel der Kapazitäten rund 85 Prozent aller Destinationen wieder angeflogen werden», heisst es weiter.

Mit Darlehen und Bundeskredit wäre die Liquidität gesichert

Für die nächsten Monate kündigt das Unternehmen weitere «umfassende Sparmassnahmen» an. Man werde den Flotteneinsatz auf den Prüfstand stellen und sämtliche nicht notwendigen Investitionen aussetzen. Um in der Krise die Kosten zu senken, führte die Swiss über das gesamte Unternehmen hinweg Kurzarbeit ein und verhängte einen Einstellungsstopp. Zudem beantragte die Fluggesellschaft Staatshilfe durch den Bund. «Mit den Darlehen der Lufthansa Group und dem in Aussicht gestellten, vom Bund garantierten Bankenkredit ist die Liquidität gesichert», wird Finanzchef Markus Binkert in der Mitteilung zitiert.

Eine Prognose für das Gesamtjahr 2020 will die Swiss aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeben. Die aktuelle Entwicklung stimmt zwar gemäss Konzernchef Thomas Klühr «verhalten optimistisch», es liege aber noch ein weiter Weg vor dem Unternehmen, bevor die Krise überwunden sei. «Entscheidend für eine nachhaltige und signifikante Erholung wird die weitere Entwicklung im Interkontinentalverkehr sein, insbesondere in unserem wichtigsten Verkehrsgebiet Nordamerika.»

Ende Juli kündigte die Swiss an, das Tempo bei den Rückerstattungen zu erhöhen. Bis dahin tätigte die Fluggesellschaft bereits Rückzahlungen für annullierte Flüge in dreistelliger Millionenhöhe. Die Swiss will sich damit auch an die Auflage des Bundes halten, den Reiseveranstaltern bis spätestens zum 30. September die Forderungen zu erstatten, die durch Covid19-Annullierungen entstanden sind.