Versicherer Mobiliar kauft sich bei Ringier ein

Der Versicherer Mobiliar beteiligt sich zu 25 Prozent am Zürcher Medienhaus. Die beiden Unternehmen wollen das digitale Geschäft vorantreiben.

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Enthüllung des neuen Logos am Berner Hauptsitz von Mobiliar.

Enthüllung des neuen Logos am Berner Hauptsitz von Mobiliar.

PD

(rom.) Mobiliar kauft sich einen Anteil von 25 Prozent an Ringier. Das haben die beiden Unternehmen am Montagmorgen an einer Medienkonferenz bekannt gegeben. Sowohl Ringier als auch die Mobiliar werden völlig eigenständige Unternehmen bleiben. Wie hoch der Verkaufspreis ausfiel und wie die Anteile bewertet werden, darüber schwiegen sich die Firmen wie üblich aus.

Keinen Hehl machten Ringier und Mobiliar aber darüber, was sie gemeinsam vorhaben. Die Firmen wollen ihre digitalen Pläne vorantreiben. Bereits 2016 hatte die Mobiliar 50 Prozent an der Scout24 Schweiz AG, einer Ringier-Tochter erworben. Ringier hat unter dem Dach von Scout24 mehrere Online-Marktplätze zusammengefasst, beispielsweise Autoscout24 oder Immoscout24. Der Versicherer Mobiliar verspricht sich davon einen positiven Einfluss auf das eigene Geschäft.

«Wir sind überzeugt, dass Ringier ein optimaler Partner für die Mobiliar ist, um unsere digitale Transformation voranzutreiben. Wie Ringier blickt die Mobiliar auf eine rund 200-jährige, erfolgreiche Unternehmensgeschichte zurück und hat den unternehmerischen Mut, ambitionierte Wachstumsziele zu verfolgen», lässt sich Urs Berger, Verwaltungsratspräsident der Mobiliar, in einer Medienmitteilung zitieren.

Bisherige Zusammenarbeit hat sich ausbezahlt

Michael Ringier, Präsident des gleichnamigen Unternehmens, freute sich, Mobiliar als Aktionärin an Bord zu haben: «Die Mobiliar ist eine verlässliche, stabile Aktionärin. Wir schätzen uns und arbeiten als Joint-Venture Partner bei der Scout24 Schweiz AG bereits erfolgreich zusammen. Das langfristig ausgerichtete Investment der Mobiliar ist für uns ein weiterer Beweis, dass wir unsere Gruppe in den vergangenen Jahren erfolgreich weiterentwickelt haben». 

«Die journalistische Marken bleiben unabhängig»

Mobiliar unterstütze die Strategie von Ringier, international konsequent in digitale Marktplätze, unabhängigen Journalismus und Spitzen-Technologien zu investieren, sagt Marc Walder, CEO von Ringer. «Ringier hat sich in den vergangenen Jahren zu einem digital führenden Medienunternehmen in Europa entwickelt. Diesen Weg werden wir weitergehen. Die journalistischen Marken bleiben unabhängig», betonte er. 

Mobiliar erhält zwei Sitze im Verwaltungsrat

Die neue Minderheitsaktionärin erhält zwei Sitze im Ringier-Verwaltungsrat. Mobiliar-Präsident Urs Berger und Mobiliar-CEO Markus Hongler werden Einsitz nehmen. Die Familie Ringier hält gemeinsam mit CEO Marc Walder weiterhin die klare Mehrheit an der Ringier Gruppe mit einem Anteil von 75 Prozent.

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