Seco erwartet für 2020 den stärksten Rückgang des BIP seit Jahrzehnten

Die Expertengruppe des Bundes bestätigt ihre bisherige Einschätzung und erwartet für 2020 einen starken Rückgang des Bruttoinlandproduktes (BIP). Der Tiefpunkt dürfte im zweiten Quartal erreicht werden.

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Die Experten vom Seco rechnen mit einer schleppenden Erholung der internationalen Wirtschaftsaktivität. (Symbolbild)

Die Experten vom Seco rechnen mit einer schleppenden Erholung der internationalen Wirtschaftsaktivität. (Symbolbild)

Keystone

(dpo) Die Expertengruppe Konjunkturprognosen rechnet für 2020 mit einem Rückgang des Sporteventbereinigten BIP von Minus 6,2 Prozent bei einer jahresdurchschnittlichen Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent. Dies wäre der tiefste Wirtschaftseinbruch seit 1975, schreibt das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Dienstag.

Für das zweite Quartal rechnet die Expertengruppe mit einem noch stärkeren Einbruch der Wirtschaftsleistung als im ersten Quartal. Dank den rapide gesunkenen Covid-19-Fallzahlen hätten sich die kurzfristigen Aussichten gegenüber der Prognose von April jedoch aufgehellt. Damals gingen die Experten von einem Rückgang des BIP um Minus 6,7 Prozent aus.

Schleppende Erholung

Für den weiteren Jahresverlauf rechnet die Expertengruppe wie in der letzten Prognose nur mit begrenzten Aufholeffekten und einer schleppenden Erholung der internationalen Wirtschaftsaktivität.

Im Jahr 2021 sollte sich die moderate Erholung der Schweizer Wirtschaft fortsetzen. Die Expertengruppe erwartet, dass das BIP um 4,9 Prozent steigt. Am Arbeitsmarkt dürfte sich die Lage nur langsam verbessern: Gemäss Prognose wird die Arbeitslosigkeit 2021 weiter ansteigen und im Jahresdurchschnitt 4,1 Prozent erreichen.

Der weitere Konjunkturverlauf hängt entscheidend von der Entwicklung der Pandemie ab, heisst es in der Mitteilung. Deshalb bleibe die Prognoseunsicherheit aussergewöhnlich hoch.

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