Schweizer haben Angst: Nicht vor Corona sondern vor finanziellen Einbussen

Während das Coronaregime gelockert wird, steigt in der Schweiz die Angst um den Job und vor finanziellen Einbussen. Damit hält der Negativ-Trend seit Ausbruch der Coronakrise an. Zumindest in fast allen Bereichen.

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Während die Sorge vor Corona bei Herr und Frau Schweizer sinkt, steigt die Angst vor den wirtschaftlichen Folgen, so eine Comparis.ch-Umfrage.

Während die Sorge vor Corona bei Herr und Frau Schweizer sinkt, steigt die Angst vor den wirtschaftlichen Folgen, so eine Comparis.ch-Umfrage.

Anthony Anex / Keystone

(sat) Über 17 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer gehen davon aus, dass sich ihre Situation im Juni gegenüber dem Mai leicht oder stark verschlechtern wird. Das besagt eine am Samstag publizierte Umfrage von Comparis.ch. Damit zeige sich, dass die Auswirkungen der Pandemie nun verstärkt auf die persönliche finanzielle Situation durchschlagen würden, teilt der Online-Vergleichsdienst in einer Mitteilung mit. Noch Anfang Mai hatten die Befragten ihre Ausgangslage positiver bewertet.

Wie schlecht die Schweizerinnen und Schweizer ihre aktuellen Perspektiven einschätzen, verdeutlicht ein langfristiger Vergleich. Im Dezember 2019 – also noch vor der Coronakrise – hatte der Wert derjenigen, die mit einer Verschlechterung der persönlichen Situation rechneten, in derselben Umfrage bei lediglich 13 Prozent gelegen. Das war damals der tiefste Wert seit vier Jahren in der regelmässig durchgeführten Comparis.ch-Umfrage.

Westschweizer machen sich weiter am meisten Sorgen

Aktuell wird die negative Erwartung laut Comparis.ch am häufigsten mit schlechten Berufsaussichten begründet: Der eigene Jobverlust oder derjenige des Partners (17,6 Prozent) wird immer öfter genannt, während die Angst vor Kurzarbeit im Vergleich zum Vormonat leicht gesunken ist auf noch knapp ein Drittel der Befragten. Leicht gesunken ist in der Juni-Umfrage auch der Anteil jener, die mehr sparen und weniger konsumieren wollen (37,5 Prozent). Sprich: Die Konsumentenstimmung hellt sich langsam wieder auf.

Immer tiefer sinkt derweil die Angst der Schweizerinnen und Schweizer vor dem Coronavirus an sich. So antworten aktuell auf die Frage «Bereitet Ihnen die Coronakrise Sorgen?» bereits 22,4 Prozent mit «Nein». Bei den letzten Umfragen hatte dieser Wert noch bei 16,5 Prozent (Mai) und 10,5 (April) gelegen. Am grössten ist die Sorge vor Corona weiterhin in der französischsprachigen Schweiz mit einem «Nein»-Anteil von 15,8 Prozent.

Die regelmässige, repräsentative Befragung im Auftrag von Comparis.ch hat das Marktforschungsinstitut innofact im Mai laut Mitteilung bei 1031 Personen in allen Regionen der Schweiz durchgeführt.