Schweizer KMU spüren nicht viel vom Fachkräftemangel

Gemäss einer Umfrage bekunden nur 12 Prozent der KMU in der Schweiz Mühe, qualifiziertes Personal zu finden. Zudem blicken die befragten KMU trotz Angst vor Cyberkriminalität optimistisch aufs neue Jahr.

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99 Prozent der Unternehmen sind KMU. Sie werden oft als das «Rückgrat» der Schweizer Wirtschaft bezeichnet.

99 Prozent der Unternehmen sind KMU. Sie werden oft als das «Rückgrat» der Schweizer Wirtschaft bezeichnet.

Bild: Severin Bigler

(gb.) Das Marktforschungsinstitut «amPuls» hat im Auftrag von Localsearch Swisscom Directories 418 Schweizer KMU zur ihrer wirtschaftlichen Lage und der Stimmung im Hinblick auf das neue Jahr befragt. Gemäss dem Bundesamt für Statistik sind über 99 Prozent aller Unternehmen in der Schweiz KMU: kleinere und mittlere Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten.

Die Umfrage zeichnen ein positives Bild. So gaben 42 Prozent der befragten KMU an, dass sie für das Jahr 2020 einen höheren Gewinn erwarten als im Vorjahr. Nur 7 Prozent erwarten Verluste. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden von einer Mehrheit als gut bis hervorragend bezeichnet.

Mühe bekunden die KMU aber unter anderem bei den Personalkosten – für 29 Prozent sind die Personalkosten ein «Herausforderung», für 19 Prozent gar ein «ernsthaftes Problem». Nur 20 Prozent können sich zurzeit zusätzliche Mitarbeiter leisten. Geht es um die Qualifikation von neuem Personal, stehen aber nur wenige Schweizer KMU unter Druck. Nur 12 Prozent bekunden Mühe, Fachkräfte zu finden. 23 Prozent gaben an, «immer mal wieder» Schwierigkeiten zu haben.

Angst vor Hackern ist weit verbreitet – aber diffus

Eine grosse Rolle spielten in der Umfrage auch die Cyberkriminalität und die Digitalisierung. Bei der Cyberkriminalität zeigt sich ein gewisser Widerspruch in den Antworten der KMU. Einerseits fürchten sich 79 Prozent der Befragten vor Cyberkriminalität und bezeichnen sie als «ernstzunehmendes Gefahr». Andererseits gehen 67 Prozent davon aus, dass ihr eigenes Unternehmen für Cyberkriminelle kaum von Interesse ist.

Der Digitalisierung blicken die meisten Unternehmen positiv entgegen. 72 Prozent gaben an, der Entwicklung zuversichtlich gegenüber zu stehen und 54 Prozent glauben, davon profitieren zu können. Doch scheint die Digitalisierung nicht von allen als gleich wichtige Transformation wahrgenommen zu werden. So gaben 24 Prozent der Befragten an, die Digitalisierung würde «spurlos» an ihnen vorbei gehen. Zudem schätzt jedes dritte KMU, dass die Digitalisierung in seiner Branche unterschätzt würde.

Beim digitalen Marketing hapert es

44 Prozent der befragten Unternehmen geben an, das digitale Marketing nicht zu beherrschen. Beim digitalen Marketing geht es unter anderem um den Auftritt und das Werben von Unternehmen auf den sozialen Medien oder auch durch Online-Inserate. Nur 4 Prozent sind der Auffassung, in diesem Bereich alles richtig zu machen.