Schweiz droht Rezession wegen Corona-Virus – ETH Zürich präsentiert drei Szenarien

Aufgrund der Corona-Krise passt die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) ihre Aussagen über die wirtschaftliche Entwicklung an. Weil noch vieles unklar ist, gibt sie jedoch keine einzelne Prognose ab.

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Weil der Welthandel unter dem Corona-Virus besonders leiden dürfte, sagen die ETH-Konjunkturforscher der Exportwirtschaft schwierige Zeiten voraus.

Weil der Welthandel unter dem Corona-Virus besonders leiden dürfte, sagen die ETH-Konjunkturforscher der Exportwirtschaft schwierige Zeiten voraus. 

Keystone

(sat) Wie die KOF am Dienstag mitteilt, hat sie aufgrund der aktuellen Situation drei Szenarien für die Entwicklung der Schweizer Wirtschaft im laufenden Jahr entwickelt. Im sogenannten ...

  • Basisszenario fällt die Schweizer Wirtschaft wegen des Corona-Virus in der ersten Jahreshälfte 2020 kurzfristig in eine Rezession. Danach werde sie sich aber langsam wieder erholen. Betroffen wären alle Branchen, wegen des Rückgangs des Welthandels insbesondere auch der Export. Dieses Szenario stellt aus Sicht der KOF das wahrscheinlichste für die Schweiz dar.
  • Im milden Szenario lassen die Beeinträchtigungen des Corona-Virus auf die Wirtschaft rascher nach. Betroffen wäre vor allem das nun anstehende, zweite Quartal. Im Dritten Quartal würde der Grossteil der ausgefallenen Produktion wieder nachgeholt. Während die Beeinträchtigungen des Wirtschaftswachstums durch die Corona-Epidemie im ...
  • Negativszenario deutlicher ausgeprägter sind. Dabei rechnen die ETH-Forscher damit, dass das Bruttoinlandprodukt – also die Wirtschaftsleistung im ganzen Land – auch im dritten Quartal schrumpft.

Sprich: In jedem Szenario sieht die KOF die Schweiz zumindest am «Rand einer Rezession», wie sie in ihrer Mitteilung schreibt. Von einer Rezession ist dann die Rede, wenn die Wirtschaft eines Landes in zwei aufeinander folgenden Quartalen im Vergleich zu den Vorquartalen nicht wächst oder sogar einen Rückgang zu verzeichnen muss.

Allerdings verweist die KOF bei allen drei Szenarien darauf, dass sich die Ausgangslage für die Wirtschaft derzeit praktisch täglich ändere, was Prognosen äusserst schwierig mache. Zudem würden alle Szenarien davon abhängen, wie lange und tiefgreifend sich die Pandemie auf die Konjunktur auswirke.