Schweden sagt wegen Cryptoleaks ein Treffen mit Cassis ab

Ein Aussenministertreffen zwischen Ignazio Cassis und seiner schwedischen Amtskollegin Ann Linde findet wohl nicht statt. In Schweden sei man verärgert über Massnahmen gegen die Crypto International AG.

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Bundesrat Ignazio Cassis hätte im Oktober seine schwedische Amtskollegin treffen sollen.

Bundesrat Ignazio Cassis hätte im Oktober seine schwedische Amtskollegin treffen sollen.

Peter Schneider / KEYSTONE

(mg) «Dieses Treffen wird gemäss heutigem Kenntnisstand nicht stattfinden», sagt das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) dem «SonntagsBlick». Dabei geht es um eine Feier am 15. Oktober in Stockholm. Anlass ist das 100-Jahr-Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und dem Königreich. Im Zug dieser Feierlichkeiten hätte es auch zu einer Zusammenkunft der Aussenminister der beiden Länder kommen sollen, daraus wird nun nichts.

Als Grund für die Absage gibt die Zeitung Massnahmen im Zuge von «Cryptoleaks» an. Der Bundesrat hat im Juni entschieden, über die Firma Crypto International AG in Steinhausen ZG ein Exportverbot zu verhängen – das Unternehmen wird von schwedischen Staatsbürgern geführt und musste wegen diesem Exportverbot liquidiert werden. Bei der Vorgängerfirma der Crypto International AG enthüllten SRF und Tamedia-Zeitungen im Februar, dass während vieler Jahre manipulierte Chiffriergeräte an diverse Länder verkauft wurden – unter Mitwirkung des amerikanischen und des deutschen Geheimdienstes.