Ruag verkauft den Standort Locarno

Die Ausrichtung auf das zivile Fluggeschäft passe nicht mehr zur neuen Ausrichtung. Käufer ist eine private Firma, die Flugzeuge wartet.

Roman Schenkel
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Der Ruag-Konzern wird derzeit komplett umgebaut.

Der Ruag-Konzern wird derzeit komplett umgebaut.

Bild: Eveline Beerkircher

Bei Ruag ist derzeit viel Bewegung. Anfang Jahr wurde der Rüstungskonzern in zwei Unternehmen aufgespalten: Eines, das für Unterhalt und Reparatur der Armeesysteme (MRO) zuständig ist, und eines, das zu einem internationalen Luft- und Raumfahrtkonzern umgebaut wird. Dieser soll dereinst an die Börse gehen und hätte gemäss Plan vom bisherigen Ruag-Chef Urs Breitmeier geleitet werden sollen. Am Dienstag gab Ruag bekannt, dass Breitmeier per sofort das Unternehmen verlasse.

Am Mittwoch folgt sogleich die nächste Ankündigung: Ruag verkauft den Standort Locarno an die neu gegründete AeLo Maintenance SA, deren Mehrheitsaktionärin die ebenfalls am Flugplatz Locarno tätige Alsa Aero Locarno SA ist. Diese nutzt die Chance, und baut ihre Aktivitäten im Bereich der Flugzeugwartung aus.

Konzentration auf den Bereich Wehrtechnik

Mit diesem Schritt konzentriere sich die Ruag-Division MRO Schweiz stärker auf seine Kernkompetenzen im Bereich Wehrtechnik, schreibt das Unternehmen. Nach den Beschlüssen des Bundesrates über die Trennung der Gruppe und ihre neuen Ziele, habe der Standort Locarno – mit der Ausrichtung auf das zivile Aviatikgeschäft – nicht mehr zur strategischen Ausrichtung gepasst.

Sämtliche 14 Mitarbeitenden wechseln entweder zum neuen Eigentümer oder bleiben bei der Ruag im Tessin beschäftigt. In der Südschweiz ist Ruag weiterhin mit rund 100 Mitarbeitenden am Standort Lodrino tätig und erbringt mehrheitlich Unterhaltsarbeiten an Propellerflugzeugen der Schweizer Flugwaffe.   

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