Basler Pharma-Gigant Roche will Tests zu Corona-Virus gratis abgeben

Wie CEO Severin Schwan in Basel an der Jahresmedienkonferenz sagte, werden derzeit Tests zum Corona-Virus gratis abgegeben werden. Als eines der ersten Unternehmen hat Roche dazu Schnelltests entwickelt.

Andreas Schwald
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Roche-CEO Severin Schwan anlässlich der Präsentation der Jahreszahlen.

Roche-CEO Severin Schwan anlässlich der Präsentation der Jahreszahlen.

Keystone

Die Bilanzmedienkonferenz des Basler Pharma-Giganten Roche vom Donnerstag stand unter zweierlei Zeichen: Zum Einen verzeichnete Roche ein sehr gutes Jahresergebnis 2019 mit einem satten Gewinn von 14,1 Milliarden Franken. Zum Andern hat der Ausbruch des Corona-Virus in China bis ans Rheinknie seine Auswirkungen.

Für die Epidemie hat Roche nämlich als einer der ersten Konzerne überhaupt Schnelltests entwickelt, welche die Behandlung des Lungenvirus deutlich beschleunigen können. Umsatz macht das Unternehmen damit aber kaum, so Schwan. Denn die Tests würden in den Krisengebieten gratis abgegeben. «Das schafft auch Goodwill», sagte Schwan, und erinnerte an die Sars-Epidemie 2002/2003, als Roche den betroffenen Regierungen der Welt ebenfalls schnell mit Medikamenten zur Seite stand.

Krebsmedikament als Kassenschlager

2019 profitierte Roche deutlich vom Erfolg neu eingeführter Medikamente wie Ocrevus, Helimbra, Tecentriq oder Perjeta. Insgesamt erhöhten sich die Verkäufe der Division Pharma im letzten Jahr um 11 Prozent. «Der Erfolg ist praktisch ausschliesslich auf den Erfolg dieser neuen Produkte zurückzuführen», kommentierte CEO Schwan am Donnerstag vor den Medien. Damit setzte Roche allein über 5 Milliarden Franken um. Ein wichtiger Treiber sei das Krebsmedikament Tecentriq.

Auch für das laufende Jahr zeigte sich Severin Schwan zuversichtlich. Zwar formuliert Roche den Ausblick einigermassen vorsichtig mit einem Wachstum im «niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich». Aber insbesondere die Medikamente Risdiplam und Satralizumab sind Hoffnungsträger. Beide richten sich gegen seltene Krankheiten und sind für den Einsatz in der Neuromedizin vorgesehen.

Kampf mit Biosimilars und üppiger Bonus für den CEO

Zu kämpfen hatte Roche letztes Jahr mit den Biosimilars, die dem Unternehmen Umsatz abgrabten. Was allerdings durch die Topseller-Medikamente wieder wettgemacht werden konnte. Aufholbedarf hat Roche derweil bei Schnelltests von Blutzuckermessung. Hier habe man den technologischen Anschluss verpasst, obwohl die konventionellen Messstäbchen immer noch sehr gut verkauft werden. Da allerdings digitale Messinstrumente auf dem Vormarsch seien, müsse Roche in diesem Bereich nun einiges aufholen, so CEO Schwan.

Mit der Übernahme der US-Firma Spark, die Ende vergangenes Jahr und nach einigen Verzögerungen doch noch vollzogen werden konnte, blickt Roche zurzeit positiv in die Zukunft. Insbesondere auf dem amerikanischen Markt, aber auch in China. Jener Markt gehört laut Schwan zu den Wachstumstreibern des Konzerns.

Der Verwaltungsrat will nun die Dividende erneut erhöhen, dieses Jahr auf 9 Franken. Dies wäre somit die 33. Dividendenerhöhung in Folge; das Unternehmen gedeiht zurzeit prächtig. Das bekommt auch Roche-CEO Severin Schwan zu spüren. Er darf einen Bonus im Aktienwert von knapp 2,8 Millionen Franken entgegennehmen. Insgesamt verdiente Schwan 2019 laut Geschäftsbericht 11,5 Millionen Franken.