Neue Studie zeigt: Öffentlicher Verkehr ist für Schweizer Wirtschaft ähnlich bedeutend wie Energie- oder Pharma-Branche

Der öV-Unternehmen der Schweiz generieren jährlich über 12 Milliarden Wertschöpfung. Die Branche steuert damit 1,8 Prozent zum BIP der Schweiz bei. Auch bei der Anzahl Beschäftigten kann die öV-Branche mit der Pharmaindustrie oder der Versicherungsbranche mithalten.

Drucken
Teilen
12,2 Milliarden Franken trägt der öffentliche Verkehr pro Jahr zum BIP bei. (Symbolbild)

12,2 Milliarden Franken trägt der öffentliche Verkehr pro Jahr zum BIP bei. (Symbolbild)

Keystone

(gb.) Der öffentliche Verkehr generiert in der Schweiz eine direkte Wertschöpfung von 9,3 Milliarden Franken. Zählt man die Vorleistungen dazu, sind es 12,2 Milliarden Franken, die direkt und indirekt auf den öffentlichen Verkehr zurückzuführen sind. Damit steuert der öV insgesamt 1,8 Prozent zum Bruttoinlandprodukt (BIP) der Schweiz bei. Dies zeigt eine neue Studie von Litra, dem Informationsdienst für den öffentlichen Verkehr und Swissrail, dem Verband der Schweizer Bahnindustrie.

Die Studie verwendet Zahlen aus dem Jahr 2018. Mit ihnen wollen die beiden Verbände die volkswirtschaftliche Bedeutung des öV in der Schweiz hervorheben. Sie stellen dafür einen Vergleich an: Die direkte Wertschöpfung der öV-Branche steuere mit den 9,3 Milliarden Franken einen grösseren Beitrag zum BIP bei als die Energieversorgung und die Telekommunikationsbranche, heisst es in einer Mitteilung zur Studie.

Über 60'000 Beschäftigte

Die Studie bekräftigt den Vergleich mit Angaben zur Anzahl Beschäftigten. Insgesamt seien über 42,300 Vollzeitäquivalente nötig, um die öV-Leistungen zu erbringen. Dies entspricht gemäss der Studie 1,1 Prozent der schweizerischen Arbeitsleistung, womit die Branche eine ähnlich hohe Beschäftigung aufweist wie die Pharmaindustrie und die Versicherungsbranche. Rechnet man auch hier die Vorleistungen – etwa im Marketing, der Textilindustrie oder bei Versicherungen – hinzu, komme man auf zusätzlich 20'000 Beschäftigte, die für den öV tätig seien.

Die beiden Verbände haben die Studie 2019 beim privaten Forschungsbüro Infras in Auftrag gegeben. «Also lange vor der Corona-Pandemie», wie es in einer Mitteilung vom Dienstag heisst. Nichtsdestotrotz interpretieren Litra und Swissrail die Studienergebnisse auch vor dem Hintergrund der letzten Monate: «Die Coronakrise hat es in aller Deutlichkeit gezeigt: Der öffentliche Verkehr gehört zu den Grundfesten der Schweiz», heisst es seitens der Verbände. «Der öffentliche Verkehr stiftet nicht nur als Grundversorger grossen Nutzen – er ist auch ein wichtiger Wirtschaftszweig für die Schweiz», heisst es in der Mitteilung weiter.