Nationalbank will keine zusätzlichen Gelder im Kampf gegen die Krise freigeben

Die Schweizerische Nationalbank möchte wegen der Coronakrise die Gewinnausschüttung nicht erhöhen. Die Interventionen am Devisenmarkt habe man dagegen verstärkt.

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Andréa Maechler ist Mitglied des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank.

Andréa Maechler ist Mitglied des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank.

Keystone

(mg) Andréa Maechler lehnt eine einmalige Sonderausschüttung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zur Finanzierung der Covid-19-Kosten ab. Das Direktionsmitglied der SNB sagte im Interview mit der NZZ, das «würde unsere Geldpolitik konterkarieren». Man halte sich an die maximalen vier Milliarden Franken Gewinnausschüttung, die man mit dem Bund vereinbart habe. Die Nationalbank helfe bereits auf mehreren Ebenen im Kampf gegen die Krise.

«Ohne unsere Interventionen würde die Wirtschaft nicht nur unter dem Lockdown leiden, sondern auch unter einem viel stärkeren Franken», sagt Maechler. Die Nationalbank betonte jüngst, dass sie verstärkt am Devisenmarkt interveniere. Das sei nötig, weil der Franken in der Krise erneut als «sicherer Hafen» gelte und «der Aufwertungsdruck deutlich gestiegen ist», so Maechler. Zwar sei der Franken in letzter Zeit stärker geworden, «aber die Erstarkung wäre viel ausgeprägter, wenn wir nicht bereit gewesen wären, verstärkt zu intervenieren.»