Schweizer KMU fürchten sich vor der europäischen Schuldenkrise

Die Mittelstandstudie von Raiffeisen, Swiss Export und Kearney beleuchtet die Auswirkungen der Coronakrise auf Schweizer KMU. Exportgeschäft und Internationalisierung bleiben von grosser Bedeutung.

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Das Coronavirus sorgte bei vielen Schweizer Firmen für Exporteinbrüche. (Symbolbild)

Das Coronavirus sorgte bei vielen Schweizer Firmen für Exporteinbrüche. (Symbolbild)

Keystone

(sku) Im dritten Jahr in Folge zeigt die KMU-Studie den Puls von Schweizer Unternehmen. Es überrascht nicht, dass die Stimmung wegen der Coronakrise derzeit gedämpft ist. So mussten viele Schweizer KMU signifikante Umsatzrückgänge im Inland und beim Exportgeschäft hinnehmen, heisst es in der Mitteilung von Raiffeisen vom Mittwoch. Wo im letzten Jahr bei den Unternehmen noch Hochstimmung herrschte, würden Firmen heute pessimistischer in die Zukunft blicken.

So sehen die befragten 120 KMU in der europaweiten Schuldenkrise die grösste Gefahr. Über 60 Prozent der Unternehmen stuft sie als das grösste Konjunkturrisiko der nächsten zwölf Monate ein. Weitere Risiken sind gemäss Studie der Protektionismus und das Abkühlen der bilateralen Beziehungen der Schweiz zur EU sowie die globalen Gesundheitsrisiken. Die Beziehungen zur EU, der Abbau von Bürokratie und die Volatilität des Wechselkurses werden dann auch als wichtigste Themen für den Bundesrat genannt.

Durch die Coronakrise stehe nun auch das Beherrschen von technologischen Trends weiter vorne in der Rangliste der wichtigen Einflussfaktoren für die Wirtschaft. Laut Raiffeisen setzten 81 Prozent der befragten Unternehmen diesen Faktor an die erste Stelle. Weiter seien auch die Cyber- und Datensicherheit, globale Gesundheitsrisiken, ein stärkeres Umweltbewusstsein und die Disruption globaler Wertschöpfungsketten wichtiger geworden.

Unternehmen sind optimistisch

Wegen der Pandemie schätzen nur noch 43 Prozent der befragten Schweizer KMU ihre wirtschaftliche Lage gut bis sehr gut ein. Dies entspricht gemäss Studie einem Rückgang von fast 30 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Aber auch wenn fast zwei Drittel der Unternehmen angeben, stark von der Coronakrise betroffen zu sein, überwiegt der Glaube, dass ihr Geschäft nur über einen Zeitraum von knapp einem Jahr direkt von der Pandemie beeinflusst wird. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen beurteilt denn auch die künftige wirtschaftliche Lage ihres Unternehmens mit Blick auf die nächsten drei Jahre als wieder gut bis sehr gut.

Für Urs Gauch, Geschäftsleitungsmitglied von Raiffeisen Schweiz, ist dieser Optimismus ein gutes Zeichen: «Die Umfrageergebnisse zeigen, wie innovativ die Schweizer Unternehmerinnen und Unternehmer sind.» Die Ergebnisse der Studie würden KMU nun dabei unterstützen, die wichtigsten Chancen und Herausforderungen transparent zu machen, um gezielt reagieren zu können.