Millionenbusse für Grossbank: US-Gelder in der Schweiz und in Israel versteckt

Die israelische Bank Hapoalim und deren Schweizer Ableger halfen US-Bürgern jahrelang Gelder in der Schweiz und in Israel zu verstecken. Nun einigen sie sich mit US-Behörden auf knapp 900 Millionen Dollar Busse.

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Die einstige Filiale der israelischen Grossbank Hapoalim in der Schweiz in Zürich. (Archivbild)

Die einstige Filiale der israelischen Grossbank Hapoalim in der Schweiz in Zürich. (Archivbild)

Keystone

(dpa/sat) Eine Bankensprecherin verwies dazu am Freitag auf eine Mitteilung an die Börse. US-Steuer- und Strafverfolgungsbehörden hatten den Vorgang zuvor öffentlich gemacht. Hapoalim hat demnach durch die Zahlungen die Chance, einer weiteren Strafverfolgung zu entgehen. Konkret müssen die israelische Grossbank und ihre Schweizer Tochtergesellschaft im US-Steuerstreit rund 874 Millionen US-Dollar zahlen, weil die Finanzinstitute Kunden geholfen hatten, Vermögen unter anderem von US-Steuerzahlern auf Offshore-Konten zu verstecken.

Auch in Fifa-Skandal verstrickt

Es ging dabei nach US-Angaben um Vermögen in Höhe von mehr als 7,6 Milliarden Dollar auf mehr als 5500 geheimen israelischen und Schweizer Bankkonten. Hapoalim hat ihre Schweizer Tochter allerdings vor bald zwei Jahren bereits geschlossen. 2018 verkaufte sie die verbliebenen Kundenvermögen grösstenteils an die Privatbank J. Safra Sarasin. Damit haben Schweizer Finanzinstitute im US-Steuerstreit in den letzten Jahren inzwischen insgesamt über 6,5 Milliarden Dollar in Form von Bussen über den Atlantik überwiesen.

Rund 30 Millionen Dollar müssen die Institute zudem wegen ihrer Verwicklung in den Fifa-Bestechungsskandal zahlen. Fast fünf Jahre lang hätten Mitarbeiter der Bank das US-Finanzsystem dazu benutzt, um 20 Millionen Dollar für «korrupte Fussballvertreter in mehreren Ländern» zu waschen, sagte einer der US-Strafverfolger laut Mitteilung.