Milchbranche beantragt erneut Butterimporte aus der EU

1800 Tonnen seien nötig, um einen Engpass in der Schweiz zu vermeiden, so die Branchenorganisation Milch. Bereits im April hatte sie den Import von 1000 Tonnen beantragt und bewilligt erhalten.

Drucken
Teilen
Ohne Importe droht Schweizer Haushalten die Butter auszugehen.

Ohne Importe droht Schweizer Haushalten die Butter auszugehen.

Keystone

(wap) Trotz gestiegenem Verbrauch werde in der Schweiz nach wie vor wenig Butter produziert, schreibt die Branchenorganisation in einer Medienmitteilung. Die im April beantragten 1000 Tonnen reichten nicht aus, um den Bedarf bis Ende Jahr zu sichern. Während der Pandemie sei der Verbrauch von Butter in der Schweiz angestiegen, zum einen, weil der Einkaufstourismus ins grenznahe Ausland unterbunden war, zum anderen, weil vermehrt zu Hause gekocht wurde. Generell werde auch in der Lebensmittelindustrie wieder vermehrt zu Milchfett gegriffen, um Palmöl zu ersetzen, so der Branchenverband. Aufgrund der politischen Rahmenbedingungen seien in der Schweiz die Anreize, Milchfett zur Butter zu verarbeiten, vergleichsweise gering.

Dem Importgesuch vorangegangen waren Verhandlungen mit den Milchproduzenten. Man habe sich auf einen Kompromiss in den laufenden Milchpreisverhandlungen einigen können, so die Branchenorganisation. Die Milchproduzenten hatten zuvor kritisiert, dass die Branche Zusatzimporte fordere und gleichzeitig die Milchpreise drücken wolle.