Lukratives Doppelspiel: Zürcher Staatsanwaltschaft klagt Ex-Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz an

Nun kommt es definitiv zur Anklage: Pierin Vincenz muss sich wegen gewerbsmässigem Betrug, Veruntreuung, Urkundenfälschung und passiver Bestechung vor Gericht verantworten. Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat ihre Strafuntersuchung abgeschlossen.

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Pierin Vincenz muss sich vor Gericht verantworten.

Pierin Vincenz muss sich vor Gericht verantworten.

Keystone

(rwa) Die Staatsanwalt führte seit Dezember 2017 eine Strafuntersuchung gegen Pierin Vincenz und sein Kompagnon Beat Stocker. Vincenz war CEO der Raiffeisenbank und Verwaltungsratspräsident der Kreditkartengesellschaft Aduno. In letzterer sass Stocker als Verwaltungsrat, von 2006 bis 2011 war er zusätzlich auch deren CEO. Die Staatsanwaltschaft hat zudem gegen weitere sieben Personen Anklage erhoben, wie die Oberstaatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte.

Gemäss der Anklageschrift sollen die beiden Hauptbeschuldigten bei verschiedenen Firmenübernahmen durch die Aduno und die Genossenschaftsbank Raiffeisen nicht gebührende Vorteile gefordert und zu einem erheblichen Teil auch erhalten haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen deshalb gewerbsmässigen Betrug, Urkundenfälschung und passive Bestechung vor. Darüber hinaus legt sie Vincenz und Stocker unberechtigte Spesenbezüge bei der Aduno respektive der Raiffeisen zur Last. Dies führe zusätzlich zum Vorwurf der Veruntreuung.

Hauptbeschuldigte wurden unterstützt

Die Anklage richtet sich zudem gegen fünf weitere Personen. Gegen die verbleibenden zwei Personen hat die Staatsanwaltschaft Strafbefehle erlassen. Diese sieben Personen sollen die beiden Hauptbeschuldigten unterstützt sowie teilweise aktiv bestochen haben.

Auslöser für das Strafverfahren war eine Anzeige von Aduno vom Dezember 2017. Bekannt ist aus einem Gutachten, dass Vincenz 2005 an einer Firmenübernahme der von ihm präsidierten Aduno rund 1,7 Millionen Franken verdient hat.