Krankenkassen: Verwaltungskosten verschlingen 4,6 Prozent der Prämien

Im Durchschnitt wenden die Krankenkassen bei der Grundversicherung 4,6 Prozent der Prämien für Verwaltungskosten auf. Dabei gibt es grosse Unterschiede zwischen den Kassen, wie eine neue Untersuchung zeigt.

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Nicht nur die Gesundheitsleistungen, auch die Verwaltung kostet Geld: Im Schnitt sind es bei Grundversicherten 4,6 Prozent der Prämien.

Nicht nur die Gesundheitsleistungen, auch die Verwaltung kostet Geld: Im Schnitt sind es bei Grundversicherten 4,6 Prozent der Prämien.

Keystone

(wap) Insgesamt haben die Krankenkassen 2019 im Bereich der Grundversicherung 1,5 Milliarden Franken für Verwaltungskosten aufgewendet. Dies hat der unabhängige Vergleichsdienst moneyland.ch aus der vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) letzte Woche veröffentlichten Statistik der obligatorischen Krankenversicherung errechnet. Im Durchschnitt fliessen von einem Prämienfranken demnach 4,6 Rappen in Verwaltung, Provisionen und Werbung.

Dabei gebe es zwischen den einzelnen Kassen grosse Unterschiede, schreibt moneyland.ch in einer am Dienstag veröffentlichten Medienmitteilung: Die Werte variierten je nach Kasse zwischen 2,7 bis 9,6 Prozent. Der grösste Teil dieses Geldes fliesst in die Löhne der Angestellten der Krankenkassen. Die Personalkosten machten mit insgesamt 1,1 Milliarden Franken über zwei Drittel der gesamten Verwaltungskosten aus, so moneyland.ch. 60 Millionen geben die Krankenkassen demnach im Bereich der Grundversicherung für Werbung aus, 49 Millionen für Provisionen. Auch wenn die Verwaltungskosten stattlich seien: Grund für den Anstieg der Krankenkassenprämien seien sie nicht, erklärt Benjamin Manz, Geschäftsführer von moneyland.ch, in der Mitteilung. Dieser gehe auf den Anstieg der Gesundheitskosten zurück.

Keine transparenten Zahlen bei der Zusatzversicherung

Ein ganz anderes Bild zeigt sich bei der freiwilligen Zusatzversicherung. 2019 seien gemäss den Zahlen des BAG und der Finanzmarktaufsicht FINMA fast 1,9 Milliarden Franken für Verwaltungskosten ausgegeben worden, heisst es in der Mitteilung. Fast ein Drittel davon seien als Provisionen ausgeschüttet worden: 71 Millionen Franken oder 29 Prozent der gesamten Verwaltungskosten. Ein Grossteil der Zusatzversicherungen werde nicht vom BAG, sondern von der FINMA kontrolliert, und diese veröffentliche dazu keine transparenten Zahlen. Gemäss Schätzungen von moneyland.ch werden in diesem Bereich jährlich Provisionen in der Höhe von einer halben Milliarde Franken ausgeschüttet.