KOF-Prognose: Tiefpunkt auf Arbeitsmarkt ist noch nicht erreicht

Die Konjunkturforschungsstelle der ETH erwartet bereits im laufenden dritten Quartal die Rückkehr zu einer wachsenden Wertschöpfung. Doch das Vorkrisen-Niveau dürfte nicht vor 2022 erreicht werden.

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Das Gastgewerbe dämpft mit dem Verkehr und Luftverkehr die wirtschaftliche Entwicklung stärker als angenommen, so die KOF. (Symbolbild)

Das Gastgewerbe dämpft mit dem Verkehr und Luftverkehr die wirtschaftliche Entwicklung stärker als angenommen, so die KOF. (Symbolbild)

Keystone

(dpo) Die schweizerische Wirtschaft steckt zurzeit in der schwersten Rezession seit 45 Jahren und das Ende ist noch nicht abzusehen, teilt die Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH am Donnerstag mit. Für das Jahr 2020 geht die KOF aktuell von einem Rückgang des Bruttoinlandproduktes (BIP) um 4,7 Prozent aus. Für das nächste Jahr korrigiert die KOF ihre Prognose vom BIP-Wachstum nach unten, von 4,1 Prozent auf 3,7 Prozent. Das Niveau von Ende 2019 dürfte nicht vor 2022 wieder erreicht werden.

Die Sektoren Verkehr, Gastgewerbe und Luftverkehr dürften gemäss der Konjunkturforschungsstelle die weitere wirtschaftliche Entwicklung stärker dämpfen als bisher angenommen. Einen starken Einbruch im zweiten Quartal verzeichnete auch das Verarbeitende Gewerbe. Dafür legte der Transithandel stark zu und die Pharmabranche hat die Schweizer Konjunktur stabilisiert. Der Detailhandel findet langsam wieder zum Normalzustand zurück, wobei Fachhändler weiterhin leiden, so die KOF.

Die Folgen der Krise zeigen sich auch deutlich auf dem Arbeitsmarkt. Hier sei der Tiefpunkt noch nicht erreicht, heisst es in der Mitteilung. Saisonbereinigt gab es im zweiten Quartal rund 58'000 Stellen weniger als Ende 2019. Zudem dürfte es in den nächsten Monaten zu weiteren Betriebsschliessungen und Massenentlassungen kommen. Die KOF geht daher davon aus, dass der Höhepunkt der Arbeitslosigkeit erst Anfang 2021 überschritten wird.