KMU stehen der Krise zuversichtlich gegenüber, Angestellte und Selbständige eher weniger

Zwei neue Umfragen ergründen die Stimmung auf dem Arbeitsmarkt und kommen zu unterschiedlichen Resultaten. Angestellte scheinen pessimistischer zu sein als Arbeitgeber.

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Gemäss einer Umfrage rechnet ein Fünftel der Angestellten mit einer Entlassung.

Gemäss einer Umfrage rechnet ein Fünftel der Angestellten mit einer Entlassung.

Keystone

(gb.) Die Angestellten in der Schweiz bekommen die Auswirkungen der Coronakrise deutlich zu spüren. Gemäss einer Umfrage des Beratungsinstituts Deloitte befinden sich 54 Prozent der befragten Beschäftigten in Kurzarbeit, 27 Prozent müssen Überstunden abbauen und 24 Prozent Ferien vorbeziehen. 2 Prozent wurden bereits entlassen. Zudem scheinen die Befragten pessimistisch in die Zukunft zu blicken: 19 Prozent halten es für wahrscheinlich, dass sie demnächst entlassen werden.

Deloitte hat die Umfrage Mitte April bei 1500 Personen durchgeführt. Im gleichen Zeitraum hat das Marktforschungsunternehmen «amPuls» im Auftrag von Swisscom Directories 200 KMU zu ihren wirtschaftlichen Aussichten befragt. Dabei gaben zwei Drittel der befragten Unternehmen an, dass sie zuversichtlich sind, nach der Krise zu «neuer Stärke» zu finden. Nur 11 Prozent gaben an, an ihrer wirtschaftlichen Überlebensfähigkeit zu zweifeln.

Ein Viertel der Selbständigen erwartet Konkurs

Mit Blick auf die eigene Branche herrscht bei den KMU vor allem Uneinigkeit und Unsicherheit. 46 Prozent geben an, dass es kaum Konkurse geben wird. 27 Prozent rechnen gar mit einer Welle an Konkursen unter ihren Mitbewerben. Genau gleich viele können die Situation gar nicht einschätzen. Im Gegensatz zu den Angestellten scheinen die Unternehmen aber deutlich optimistischer zu sein: 21 Prozent bezeichnen die Krise als auch Chance für ihr Geschäft.

Wie die Angestellten sind auch die Selbständigen wenig optimistisch. Laut Deloitte fürchten 24 Prozent, dass sie insolvent werden. 77 Prozent haben bereits negative Auswirkungen gespürt. Die Umsätze sind bei 21 Prozent ganz eingebrochen und bei 38 Prozent mindestens zur Hälfte eingebrochen.