Jahreszahlen 2020
Ruag leidet stark unter der Corona-Pandemie

Ruag International bekommt die Coronakrise heftig zu spüren: Der Technologiekonzern verzeichnet einen Reinverlust von 219 Millionen Franken. Besser lief es der Ruag MRO Holding AG, dem Technologiepartner der Schweizer Armee.

André Bissegger
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Während die Ruag MRO Holding AG auf ein positives erstes Geschäftsjahr blickt. litt Ruag International stark unter der Coronapandemie.

Während die Ruag MRO Holding AG auf ein positives erstes Geschäftsjahr blickt. litt Ruag International stark unter der Coronapandemie.

Keystone

Der Technologiekonzern Ruag, der hauptsächlich in den Märkten Raum- und Luftfahrt sowie Verteidigung und Sicherheit tätig ist, blickt auf ein schwieriges Jahr zurück. Der Umsatz sank 2020 auf knapp 1,2 Milliarden Franken – ein Rückgang von 14,9 Prozent. Der Auftragseingang sank um 5,2 Prozent auf gut 1,2 Milliarden und der Auftragsbestand ging um 4,9 Prozent auf knapp 1,2 Milliarden Franken zurück. Der Reinverlust beträgt 219 Millionen Franken (2019: -50 Mio. Fr.).

Vor allem die grösste Krise der Luftfahrt habe das Ergebnis stark belastet, teilte Ruag am Donnerstag mit. So sank der Umsatz in den Luftfahrtbereichen Ruag Aerostructures und Ruag MRO International um rund 30 Prozent. Auch in den anderen Geschäftssegmenten habe sich die Pandemie negativ auf den Geschäftserfolg ausgewirkt – beispielsweise wegen Reiseeinschränkungen, Lockdowns oder Verschiebungen von Projekten.

Aufbau von Aerospace-Konzern gestoppt

Die Ruag reagierte darauf mit Sparprogrammen, Kurzarbeit und vorgezogenen Restrukturierungen, wie es weiter heisst. Ebenfalls stark belastet wurde das Ergebnis von Sonderabschreibungen und Rückstellungen im Umfang von 160 Millionen Franken.

Ruag International hat wegen der längerfristigen Auswirkungen der Corona-Pandemie eine Strategieanpassungen beschlossen. Sie will sich nicht länger auf die Bildung einer Aerospace-Gruppe konzentrieren. Vielmehr sollen die einzelnen Geschäftsbereiche individuell weiterentwickelt und später privatisiert werden, wie es weiter heisst. Für das kommende Jahr rechnet Ruag – basierend auf einem soliden Auftragseingang – mit einem vergleichbaren Nettoumsatz und einem negativen Unternehmensergebnis im tiefen zweistelligen Millionen-Bereich. Voraussetzung dafür ist eine verbesserte Corona-Situation in der zweiten Jahreshälfte.

Positiver Abschluss des Armee-Partners

Besser lief das Jahr 2020 für die Ruag MRO Holding AG. Sie schloss ihr erstes eigenständiges Geschäftsjahr mit einer positiven Bilanz ab, wie sie am Donnerstag mitteilte. Sie erwirtschaftete einen Umsatz von 682 Millionen, ein Betriebsergebnis von 30 Millionen und einen Auftragseingang von 722 Millionen Franken.

Das erste Jahr als eigenständiges Unternehmen habe gezeigt, dass das Ziel der Entflechtung, ein Unternehmen mit neuer Fokussierung auf die Bedürfnisse der Schweizer Armee zu schaffen, der richtige Weg sei.

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