«Intransparent und verwirrend»: Konsumentenschutz kritisiert dynamische Preise in Skigebieten

Die Stiftung für Konsumentenschutz hat in verschiedenen Skigebieten die  Preisgestaltung untersucht. Sie kommt zum Schluss: Dynamische Preise bringen Schneesportlern wenig Vorteile.

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Auch die Preise im Skigebiet Zermatt wurden vom Konsumentenschutz unter die Lupe genommen.

Auch die Preise im Skigebiet Zermatt wurden vom Konsumentenschutz unter die Lupe genommen.

Keystone

(gb.) Für Kundinnen und Kunden sei nicht nachvollziehbar, welche Faktoren zu welchem Zeitpunkt einen Einfluss auf die Preise hätten, kritisiert der Konsumentenschutz die dynamischen Preisregimes in einer Mitteilung vom Freitag. Vor der aktuellen Skisaison hatten 15 Schweizer Skigebiete bekannt gegeben, ihre Ticketpreise dynamisch zu gestalten. Das heisst, dass sich die Preise von Tag zu Tag verändern können.

Nun hat der Konsumentenschutz während zwei Perioden im Januar und Februar die dynamischen Preise von insgesamt acht Skigebieten untersucht. Dabei hat er festgestellt, dass der Wochentag und der Zeitpunkt der Buchung den grössten Einfluss auf die Ticketpreise hätten.  Das Wetter oder die Anzahl offener Anlagen beeinflussten die Ticketpreise jedoch kaum.

Hinter den dynamischen Preisen stecke im Grunde eine generelle Preiserhöhung, stellt der Konsumentenschutz darum fest und listet unter anderem folgende Beispiele auf: In Gstaad kostete eine Tageskarte in Zeiten, als es noch Fixpreise gab, zuletzt 65 Franken. Heute seien es in der Hauptsaison regelmässig 74 Franken. Nur werktags in der Nebensaison könne der Preis gleich oder weniger als 65 Franken betragen. Und in Andermatt-Sedrun kostete die günstigste Skitageskarte in der Nebensaison 39 Franken, heute betrage der Mindestpreis 59 Franken.

Vergleiche sind schwieriger geworden

Die dynamische Preisgestaltung bedeute für die Kunden zudem, dass sie mehr persönliche Daten preisgeben müssten. Denn die dynamischen Preise belohnen Personen, die online kaufen. An der Kasse gibt es die Tageskarte laut dem Konsumentenschutz meist lediglich zu einem höheren Tarif als online. In Zermatt seien die Preise an der Kasse generell 5 Prozent höher als im Ticketshop. Damit wollten die Skigebiete ihre Kunden auf ihre Webseiten und Ticketshops leiten, wobei Kundendaten gesammelt und ausgewertet würden. Ein weiterer Nachteil der dynamischen Preisgestaltung ortet der Konsumentenschutz darin, dass die Preise der verschiedenen Skigebieten schwieriger zu vergleichen seien.