In der Coronakrise gab es weniger Konkurse – nun ist die Schonzeit vorbei

Die Konjunkturforschungsstelle der ETH hat während der Sommermonate weniger Firmenkonkurse verzeichnet als üblich. Mit dem Wegfallen der Stützungsmassnahmen könnte sich dies jetzt ändern.

Drucken
Teilen
Seit Beginn der Coronakrise gingen in der Schweiz weniger Firmen in Konkurs als sonst üblich. (Symbolbild)

Seit Beginn der Coronakrise gingen in der Schweiz weniger Firmen in Konkurs als sonst üblich. (Symbolbild)

Keystone

(wap) Im Vergleich zu anderen Wirtschaftskrisen wie der Finanzkrise von 2008 oder dem Frankenschock von 2014 führte die Coronakrise bis jetzt nicht zu mehr Firmenkonkursen, im Gegenteil: Wie die Konjunkturforschungsstelle der ETH (KOF) ermittelt hat, herrschte von Frühling bis Sommer eine «signifikante Untersterblichkeit»: Es gingen weniger Firmen in Konkurs als üblicherweise zu erwarten gewesen wäre.

Auch wenn im September noch keine überdurchschnittliche Anzahl an Firmenkonkursen verzeichnet worden sei, habe die Phase der «Untersterblichkeit» doch ein Ende, meldet die KOF am Mittwoch. Als Grund vermuten die KOF-Forscher das Auslaufen der Stützungsmassnahmen des Bundes. So sei die Frist zur Beantragung von Corona-Krediten im August ausgelaufen. Die Verordnung zur Covid-19-Stundung, wonach gewisse Forderungen ausnahmsweise um drei Monate aufgeschoben werden können, laufe zudem am 19. Oktober aus.

Gleichzeitig liege die Zahl der Firmengründungen seit Juni deutlich über dem Trendwert, so die KOF. Sie schliesst daraus, dass es bei den Firmenkonkursen einen «merklichen Nachholbedarf» gebe. Am Montag hatte bereits der Chef des Gläubigerverbands Creditreform, Raoul Egeli, vor einer Konkurswelle im November gewarnt.