Halbjahreszahlen
Helvetia lässt Corona hinter sich – so viele Unwetterschäden wie noch nie

Der Versicherer Helvetia meldet für das erste Halbjahr wieder einen satten Gewinn. Vor Jahresfrist machte die Coronapandemie dem weltweit tätigen Konzern mit Sitz in St. Gallen noch arg zu schaffen.

Samuel Thomi
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Philipp Gmür ist seit 2016 Chef der weltweit tätigen Helvetia Versicherungen.

Philipp Gmür ist seit 2016 Chef der weltweit tätigen Helvetia Versicherungen.

Tobias Garcia

Corona traf Helvetia zu Beginn der Pandemie stärker als die Konkurrenz. Die Versicherung schrieb in den ersten sechs Monaten 2020 gar einen Verlust von knapp -17 Millionen Franken. Allerdings belasteten damals auch ein IT-Abschreiber sowie ein hoher Anlageverlust das Ergebnis. Doch nun ist Helvetia zahlenmässig zurück in den Zeiten vor Corona. Konkret meldet der Allbranchenversicherer am Montag für die ersten sechs Monate unter dem Strich ein Plus von 262 Millionen Franken. Das entspricht etwa wieder dem Halbjahresgewinn aus Vor-Corona-Zeiten.

Entsprechend positiv fallen diesmal auch die übrigen Kennzahlen aus. Das Geschäftsvolumen beispielsweise ist im ersten Semester um 21 Prozent auf 6,9 Milliarden Franken angewachsen. Mit 31,5 Prozent wächst Helvetia dabei vorab im Nicht-Lebengeschäft. Dies einerseits weiterhin durch den vor Jahresfrist abgeschlossenen Zukauf des spanischen Versicherers Caser. Doch Helvetia betont, das Wachstum sei organisch breit abgestützt. Und so meldet Helvetia auch im Leben-Geschäft ein Plus von 8,7 Prozent. Und auch das Anlagengeschäft ist nach einem Verlust von knapp 30 Millionen Franken im ersten Halbjahr mit 1,15 Milliarden wieder überdeutlich positiv.

So viele Unwettermeldungen wie noch nie

«Wir freuen uns über das breit abgestützte Wachstum und den robusten Gewinn», wird Philipp Gmür in der Mitteilung zitiert. Der CEO betont überdies, dass auch das bereits im Frühjahr angekündigte Strategieprogramm auf Kurs sei. Dessen Kernziel ist es, die Ausgaben gruppenweit bis im Jahr 2025 um 100 Millionen zu senken.

Kurzfristig belasten die Versicherungsgruppe jedoch die sommerlichen Unwetter. Bislang seien nämlich rund 50'000 Schadenmeldungen eingegangen. «So viele wie noch nie innerhalb einer so kurzen Zeitspanne», schreibt Helvetia. Entsprechend leiste der Schadendienst derzeit «intensive Arbeit». Allein im Juni rechnet Helvetia primär in der Schweiz mit versicherten Schäden von 70 Millionen Franken.

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