Güterverkehr
Coronakrise bremst Schweizer Güterverkehr aus

Der Güterverkehr in der Schweiz war im vergangenen Jahr unterschiedlich stark von der Pandemie betroffen. Lastwagen fuhren so wenige Kilometer wie seit 2003 nicht mehr. Auch die Luftfracht blieb am Boden.

André Bissegger
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Um die Versorgung sicherzustellen, wurde der Güterverkehr von gewissen Vorgaben befreit. Trotzdem ging er zurück. (Symbolbild)

Um die Versorgung sicherzustellen, wurde der Güterverkehr von gewissen Vorgaben befreit. Trotzdem ging er zurück. (Symbolbild)

Keystone

Corona macht auch vor dem Güterverkehr nicht halt. So sind die Transportleistungen im vergangenen Jahr auf der Strasse um 0,9 Prozent zurückgegangen, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Montag mitteilte. Gerade im zweiten Quartal legten die schweren Güterfahrzeuge mit 549 Millionen so wenige Kilometer zurück wie letztmals im Jahr 2003 – obwohl sie teilweise beispielsweise vom Nacht- und Sonntagsfahrverbot befreit wurden, um die Versorgung sicherzustellen. Verglichen mit 2019 ist das ein Minus von 5,9 Prozent. Gemäss BFS betraf der Rückgang vor allem die ausländischen Fahrzeuge (-11,2 Prozent).

Die Transportleistungen im Schienengüterverkehr sanken um 2,7 Prozent auf 9,8 Milliarden Netto-Tonnenkilometer. Das entspricht dem Niveau von 2012. Dennoch steche die im Coronajahr gemessene Abnahme im historischen Langzeitvergleich nicht besonders hervor, da es seit Beginn des 20. Jahrhunderts schon mehrfach deutlich stärkere Rückgänge gab, betont das BFS.

Keine Transportkapazitäten für die Luftfracht

In den schweizerischen Rheinhäfen in Basel wurden mit 5,1 Millionen Tonnen Güter 15,5 Prozent weniger umgeschlagen als 2019. Grund dafür sind die Mineralölerzeugnisse – die wichtigste Gütergruppe der Rheinschifffahrt –, deren Nachfrage in der Schweiz auch wegen der reduzierten Mobilität deutlich sank.

Am stärksten von der Pandemie betroffen war die Luftfracht – vor allem wegen fehlender Transportkapazitäten. Der Grund: In der Schweiz wird der grosse Teil der Luftfracht in Passagierflugzeugen transportiert. Damit brachte das Grounding der Passagierflotten auch die Luftfracht zum Erliegen. Der Rückgang gegenüber 2019 beträgt rund 41 Prozent. Insgesamt wurden 275'000 Tonnen Fracht geflogen.

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