Fenaco übernimmt Provins, den grössten Weinproduzenten der Schweiz

Das Walliser Weinhaus Provins wird Teil des Fenaco-Konzerns. Der grösste Schweizer Weinproduzent hatte zuvor mit Liquiditätsproblemen zu kämpfen und hatte ausstehende Forderungen bei den Winzern.

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Provins soll auch zukünftig möglichst eigenständig und lokal verankert bleiben.

Provins soll auch zukünftig möglichst eigenständig und lokal verankert bleiben.  

Olivier Maire / KEYSTONE

(agl) Die Weingenossenschaft Provins soll in einem ersten Schritt in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden, wie die beiden Unternehmen am Donnerstag mitteilten. Die Berner Agrargenossenschaft Fenaco wird als Mehrheitsaktionärin 70 Prozent der neuen Aktiengesellschaft halten. Die Genossenschafter können an einer ausserordentlichen Generalversammlung am 14. April über den Deal entscheiden. 

Provins solle innerhalb der Fenaco, die vor allem für ihre Landi-Läden bekannt ist, als eigenständiges Unternehmen mit einer starken Verankerung im Wallis und einer lokalen Führung weitergeführt werden. Im neuen Verwaltungsrat werden jedoch drei von fünf Sitzen durch die Fenaco besetzt. Dank den finanziellen Mitteln von Fenaco könne Provins nach der Transaktion die ausstehenden Forderungen der Winzer aus der Ernte 2019 bezahlen, sowie Darlehen und Bankschulden zurückzahlen. 

10 Prozent der gesamten Schweizer Weinproduktion

Die Produktion von Provins macht gemäss Firmenangaben 20 Prozent der Walliser und 10 Prozent der Schweizer Weinproduktion aus. Die Genossenschaft umfasst 3000 Winzerfamilien, 70 Mitarbeitende und erwirtschaftet durchschnittlich einen Jahresumsatz von 47 Millionen Franken. Zuletzt machte Provins wegen Liquiditätsproblemen von sich reden, weshalb sie die Traubenernte der Winzer nicht mehr bezahlen konnte.