Börsenneuling SoftwareOne schlägt sich gut durch die Krise

Der Softwarelizenzhändler aus Stans profitiert vom Homeoffice-Boom und wächst in allen Bereichen. Vor allem der Umsatz mit Services nahm deutlich zu. Der Ausblick bleibt entsprechend positiv.

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(gr) SoftwareOne hat sich im ersten Halbjahr 2020 trotz Coronakrise gut geschlagen. Der Stanser Softwarelizenzhändler, der erst seit rund einem Jahr an der Börse ist, konnte den Gesamtertrag auf 4,09 Milliarden Franken steigern; das entspricht im Jahresvergleich einem Plus von 4,4 Prozent bei konstanten Wechselkursen. Der Bruttogewinn nahm um 4,3 Prozent auf 370,8 Millionen Franken zu.

Die einzelnen Geschäftsbereiche entwickelten sich gut. Die grösste Sparte, Software & Cloud, steigerte den Bruttogewinn um 0,9 Prozent auf 274,6 Millionen Franken. Profitiert habe man dabei, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, von einer seit Mitte März erhöhten Nachfrage der Kunden nach Remote-Lösungen, also um von zu Hause aus arbeiten zu können. Im Gegenzug fragten KMU einmalige Transaktionen weniger nach, die typischerweise projektbezogen sind.

Auch das Microsoft-Geschäft habe sich gut entwickelt. Im Multi-Vendor-Geschäft sei ein gesundes Wachstum verzeichnet worden, und Solutions & Services erzielte ein Bruttogewinnwachstum von gut 15 Prozent.

Ausblick bleibt positiv

Die Pandemie habe zwar zu erheblichen Unsicherheiten geführt, SoftwareOne sei aber aufgrund des effizienten Betriebsmodells, der globalen Reichweite und des Angebots weiterhin gut aufgestellt, schreibt das Unternehmen weiter. Sollte sich die Situation nicht deutlich verschlechtern, werde die Ebitda-Marge der Gruppe für das Gesamtjahr in etwa auf dem Niveau der ersten Jahreshälfte erwartet.

Beat Curti tritt als Vizepräsident zurück

(gr) Der Luzerner Unternehmer Beat Curti hat sich nach Angaben von SoftwareOne entschieden, als Vizepräsident des Verwaltungsrates zurückzutreten. Er soll jedoch weiterhin Mitglied des Gremiums bleiben. Im Falle einer Abwesenheit des Präsidenten werde künftig Peter Kurer, Lead Independent Director, Verwaltungsratssitzungen und allfällige Generalversammlungen leiten.

«Angesichts der aussergewöhnlichen Umstände im ersten Halbjahr 2020 freuen wir uns besonders, dass wir insgesamt starke Ergebnisse mit einer Beschleunigung in unserem Geschäftsbereich Solutions & Services erzielt haben», wird SoftwareOne-CEO Dieter Schlosser in der Mitteilung zitiert. Die Situation werde noch einige Zeit unvorhersehbar bleiben, es bestehe aber «kein Zweifel, dass der Aufbau digitaler Kapazitäten für unsere Kunden auch langfristig von entscheidender Bedeutung sein wird».

Entsprechend wurde auch der mittelfristige Ausblick bis zum Jahr 2022 bestätigt. Gemäss diesem möchte SoftwareOne ein zweistelliges Wachstum des Bruttogewinns erreichen.

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