Bevölkerung drängt auf Fortschritt – ausser in der Politik

Das zweite Fortschrittsbarometer der Grossbank Credit Suisse ortet in 16 Ländern bei Nachhaltigkeit und Gleichberechtigung hohen Druck aus der Bevölkerung zu Fortschritt.

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Der Drang zum Fortschritt steigt, je ärmer die Bevölkerung in einem Land ist – besagt eine Studie der Credit Suisse.

Der Drang zum Fortschritt steigt, je ärmer die Bevölkerung in einem Land ist – besagt eine Studie der Credit Suisse.

Symbolbild: HO

(sat) Je tiefer die wirtschaftliche Entwicklung, desto grösser ist der Wunsch einer Bevölkerung, dass sich ihr Land entwickelt. Zu diesem Schluss kommt die zweite, am Dienstag veröffentlichte Ausgabe des Fortschrittbarometers der Credit Suisse. In einer Mitteilung nennt die Schweizer Grossbank als Beispiel Länder wie Brasilien, Indien oder Südafrika. Deren Bevölkerung habe «ein deutlich grösseres Verlangen nach Fortschritt» als Menschen in entwickelten Volkswirtschaften wie der Schweiz, Australien oder den USA.

Die Umfrageergebnisse machten zudem deutlich, dass Nachhaltigkeit und Gleichberechtigung zwei globale Themen seien, bei denen «der Wunsch nach Fortschritt grenzüberschreitend hoch» sei, ergänzt die CS. Für den zweiten Fortschrittsbarometer sind 16 Nationen rund um den Globus untersucht worden. Trotz der Heterogenität der untersuchten Länder lasse sich aufgrund der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen dennoch ein homogenes Bild der Gesamtsicht auf den Fortschritt nachzeichnen.

Was die Bewertung der einzelnen Themen angeht, zeigt das Barometer laut CS-Mitteilung, dass der Wunsch nach Fortschritt im Bereich Wirtschaft am grössten sei. Darin besonders hervor stechen würden Investitionen in die Bildung. Im Bereich Gesellschaft besonders hoch bewertet werde das Thema Gleichberechtigung. Hier stünden als Forderungen mehr öffentliche Betreuungsangebote als auch eine verbesserte Gleichberechtigung der Geschlechter im Fokus.

Dagegen ist im Bereich Politik der Wille für Veränderungen unter den Befragten aus allen Ländern laut Mitteilung insgesamt am geringsten. Das Fortschrittsbarometer wurde vor zwei Jahren zum 200. Geburtstag von Alfred Escher, dem Gründer der Credit Suisse, eingeführt. Damals allerdings war die Studie noch auf die Schweiz beschränkt. Das Barometer misst laut der Grossbank, wie gross der Wunsch der Öffentlichkeit in einem Land ist in den Bereichen Wirtschaft, Gesellschaft und Politik.