Thurgauer Arbonia zeigt sich krisenfest: Bau ist Fels in der Brandung

Die Arbonia AG kommt in der aktuellen Covid-19-Krise bislang mit einem blauen Auge davon und legt beim Gewinn sogar leicht zu.

Stefan Borkert
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Der Hauptsitz der Arbonia AG in Arbon.

Der Hauptsitz der Arbonia AG in Arbon.

PD

Bei der Präsentation des Halbjahresergebnisses des Gebäudezulieferers Arbonia AG war CEO Alexander von Witzleben froh, dass der Konzern bisher ganz gut durch die Krise kommt. Er betonte aber, dass der Konzern unterschiedlich stark getroffen wurde. So gab es beispielsweise Risse in der Lieferkette bei einer Fabrik in der Lombardei. Lastwagenfahrer hätten sich teils geweigert, im dortigen Lockdown die Fabrik anzufahren.

Der CEO von Arbonia, Alexander von Witzleben

Der CEO von Arbonia, Alexander von Witzleben

Benjamin Manser

Der für die Arbonia grösste Markt Deutschland bewältige die Pandemie für die Arbonia positiv. Obwohl die deutsche Regierung verschiedenste Massnahmen verhängt hatte, sei die Bauwirtschaft in Deutschland fast unbeeinträchtigt geblieben. Noch nicht gestartete Bauvorhaben dürften vor allem im gewerblichen Bau verschoben werden, allerdings nicht im Wohnungsbau. Die Bauaktivität sei weniger von Baustellenschliessungen als eher durch hohe Krankenstände und fehlende Mitarbeiter, aufgrund von Grenzschliessungen, gebremst worden. Im zweiten Heimatmarkt Schweiz treffe die Coronakrise auf einen Wohnungsbau, der wegen hohen Leerstands bereits vorher stagnierend bis rückläufig sei. Im Hochbau habe die Schweiz in den letzten Jahren vor allem von wenigen Grossprojekten profitiert, die nun entweder abgeschlossen seien, oder deren Fertigstellung durch Hygienekonzepte verzögert würden.

Unsicherheit in der regionalen Bauwirtschaft

Von Witzleben erwähnte auch die Schliessung von Baustellen im Tessin sowie in den Kantonen Waadt und Genf, die gemeinsam mit strengen Kontrollen der Hygienevorschriften zu einer grossen Unsicherheit in der regionalen Bauindustrie geführt hätten. Aufgrund dieser Unsicherheit sei von vielen Bauunternehmen Kurzarbeit angemeldet, jedoch nur teilweise umgesetzt worden.

Die Zahl der Baugesuche sei im März und April nur leicht rückläufig. Daher erwarte man einen moderaten Rückgang der Baufertigstellungen 2020. Unterm Strich bestehe aber in der Schweiz weiterhin ein günstiges Umfeld für die Renovation von Wohngebäuden.