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Nach Lohndebatte: Aktionäre verpassen Glencore-Führung Denkzettel

An der Generalversammlung von Glencore haben die Aktionäre dem Vergütungsplan für den designierten CEO Gary Nagle zugestimmt – im Vergleich zu anderen Anträgen aber mit deutlich tieferem Ja-Anteil.

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Gary Nagle (links) ist der Nachfolger des langjährigen Glencore-Chefs Ivan Glasenberg.

Gary Nagle (links) ist der Nachfolger des langjährigen Glencore-Chefs Ivan Glasenberg.

Bild: PD/Simon Dawson/Bloomberg

(gr) Ist ein Jahreslohn von 10,4 Millionen Dollar für einen frisch ernannten CEO zu viel? Über diese Frage durften die Aktionärinnen und Aktionäre von Glencore am Donnerstag an der Generalversammlung abstimmen. Zwar nahmen sie den Vergütungsplan für den designierten Konzernchef Gary Nagle am Ende mit 74,2 Prozent deutlich an. Angesichts der Tatsache, dass andere wichtige Anträge wie etwa die neuen Klimaziele des Konzerns mit 90 Prozent oder mehr Zustimmung angenommen wurden, darf dies aber als kleiner Denkzettel an die Adresse des Verwaltungsrates gedeutet werden.

Dieser hatte den Vergütungsplan für Nagle, der Anfang Juli das Zepter von Langzeitchef Ivan Glasenberg übernehmen wird, herausgearbeitet und im Jahresbericht 2020 vorgestellt. Daraufhin hatten die beiden einflussreichen US-Stimmrechtsberater ISS und Glass Lewis den Glencore-Aktionären geraten, den neuen Konditionen nicht zuzustimmen. Diese seien «für einen frisch ernannten CEO ohne Erfahrung an der Spitze eines börsenkotierten Unternehmens überhöht», lautete die Begründung von Glass Lewis.

Mit der Zustimmung der Aktionäre findet die plötzlich aufgeflammte Lohndiskussion vorerst ein Ende – mit positivem Ausgang für den Bald-Chef Nagle. Diesem winkt mit dem neuen Vergütungsplan ein jährliches Salär von bis zu 10,4 Millionen Dollar. Darin enthalten ist ein Basislohn von 1,8 Millionen Dollar; der Rest setzt sich aus verschiedenen Boni zusammen, wobei 40 Prozent davon erst zwei Jahre nach einem allfälligen Abgang Nagles ausbezahlt werden sollen.

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