Aussenhandel
Corona passé: Noch nie exportierte die Schweiz mehr Uhren

Nach einem pandemiebedingten Einbruch ist der Schweizer Aussenhandel letztes Jahr wieder richtig in Fahrt gekommen – und wie. Noch nie exportierte die Schweiz mehr Güter als 2021.

Reto Wattenhofer
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Besonders hart getroffen von der Pandemie wurde die Uhrenindustrie. Die Branche hat sich aber rasch erholt. (Symbolbild)

Besonders hart getroffen von der Pandemie wurde die Uhrenindustrie. Die Branche hat sich aber rasch erholt. (Symbolbild)

Keystone

Hatte die Coronapandemie 2020 noch massiv ihren Schatten auf den Aussenhandel geworfen, zeigte sich dieser vergangenes Jahr äusserst robust. 2021 exportierte die Schweizer Wirtschaft Waren im Wert von 259,5 Milliarden Franken. Das ist ein sattes Plus von 15,2 Prozent. Damit erreichen die Ausfuhren einen Rekord, wie das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) in einer Mitteilung vom Donnerstag schreibt.

Nach dem historischen Einbruch im ersten Pandemiejahr schrieben 2021 sämtliche Exportsparten wieder ein Plus. Den grössten Beitrag zum Wachstum erbrachten mit 14,4 Milliarden Franken die chemisch-pharmazeutischen Produkte. Als Wachstumstreiber entpuppten sich hierbei immunologische Produkte, deren Exporte um einen Viertel oder 8,8 Milliarden Franken zulegten.

Eindrücklich fiel auch der Zuwachs bei den Uhren aus. Deren Ausfuhren nahmen gleich um einen Drittel auf 22,3 Milliarden Franken zu. Das ist ebenfalls ein Rekordwert. Hohe Wachstumsraten verzeichneten auch die Bijouterie und Juwelierwaren (+2,8 Milliarden Franken). Allerdings wurde dort das Vorkrisenniveau noch nicht erreicht.

Wachablösung: USA statt Deutschland

Eine Zäsur gab es bei den Exportländern. Erstmals seit 1954 ist Deutschland nicht mehr der wichtigste Abnehmer Schweizer Produkte. 2021 gingen in die USA so viele Ausfuhren wie in kein anderes Land. Grund dafür ist das satte Plus von 18,8 Prozent. Einen Höchststand erreichten auch die Exporte nach China.

Etwas weniger stark wuchsen die Importe. Diese stiegen um 10,1 Prozent auf 200,8 Milliarden Franken – sind damit aber noch leicht unter dem Vorkrisenniveau. Das unterschiedliche Wachstumstempo zwischen den Exporten und den Importen liess den Überschuss in der Handelsbilanz auf markante 58,7 Milliarden Franken ansteigen.