Altersvorsorge
Dritte Säule: Frauen und Junge zahlen seltener ein

Einzahlungen in die dritte Säule und Einkäufe in die Pensionskassen haben zugenommen. Frauen und Junge unter 35 zahlen aber seltener in eine dritte Säule ein als der Durchschnitt.

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Bei der Altersvorsorge setzen die Beschäftigten in der Schweiz vermehrt auf Wertschriften. (Symbolbild)

Bei der Altersvorsorge setzen die Beschäftigten in der Schweiz vermehrt auf Wertschriften. (Symbolbild)

Keystone

Trotz Rezession wuchsen die bei Banken und Versicherungen gehaltenen Vorsorgegelder der dritten Säule auch im Pandemiejahr 2020. Dabei zeigte sich ein Trend weg von verzinsten Vorsorgekonten hin zu Wertschriften. Bei Letzteren gab es 2020 einen Zuwachs um 17 Prozent, so die am Dienstag veröffentlichte Vorsorgestudie der Credit Suisse (CS). Angesichts der tiefen Zinsen sei dies wenig erstaunlich und sei aber auch mit dem gestiegenen Kundeninteresse an diesen Produkten zu erklären, heisst es dazu in einer Mitteilung der CS.

Vor allem jüngere Sparer seien vermehrt an Wertschriften interessiert. Insgesamt zahlen Junge unter 35 Jahren aber weniger in die dritte Säule ein als der Durchschnitt. Ebenfalls unterdurchschnittliche Zahler sind die Frauen. Diese zahlten nicht nur seltener in die dritte Säule ein, sondern verfolgten generell eine konservativere Anlagestrategie «mit einem Überschuss an Bargeld sowie einer erheblichen Unterinvestition in Aktien».

Gelder aus der zweiten Säule fliessen häufiger als Kapitalbezug

Ebenfalls im Aufwind sind laut der CS-Studie Pensionskasseneinkäufe. 2020 seien Einmaleinlagen und Einkäufe im Wert von 6,8 Milliarden Franken getätigt worden. Das sind rund zwei Drittel mehr als noch 2010. «Gründe für den Anstieg dürften das zunehmende Bewusstsein der Bevölkerung hinsichtlich den Herausforderung der Altersvorsorge sowie die solide Finanzmarktentwicklung der letzten Jahre sein», heisst es in der Mitteilung.

Zugenommen haben die Bezüge von Kapital aus der Pensionskasse. Mit 46 Prozent bezogen nur noch knapp die Hälfte der Versicherten die reine monatliche Rente. Dies sei mit Risiken verbunden, warnt die CS. «Insgesamt setzt der Kapitalbezug eine komfortable Vermögenssituation voraus», schreibt die Bank. Die zunehmende Lebenserwartung könne Sparern einen Strich durch die Rechnung machen. «Es gilt zu vermeiden, dass verfügbare Finanzmittel zu früh aufgebraucht sind.» (wap)