Abfindung von 70 Franken: Aktionär Eric Knight kündigt Klage gegen Alpiq an

Die Alpiq will ihre Publikumsaktionäre mit 70 Franken pro Aktie abfinden. Das passt dem CEO des Anlagefonds Knight Vinke überhaupt nicht. Er schlägt stattdessen vor, das Schweizer Geschäft an die Börse zu bringen.

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Weil die Wasserkraftwerke von Alpiq einzigartig seien, müsste der Aktienwert höher sein, findet Investor Eric Knight.

Weil die Wasserkraftwerke von Alpiq einzigartig seien, müsste der Aktienwert höher sein, findet Investor Eric Knight.

Keystone

(sku) Vergangene Woche haben die Kernaktionäre der Abfindungsfusion zugestimmt. Mit 70 Franken pro Aktie sollen die verbliebenen Publikumsaktionäre abgefunden werden. Einer davon ist der Anlagefonds Knight Vinke. Und der ist mit dem Angebot überhaupt nicht zufrieden: «Wir werden gegen Alpiq klagen», verkündete CEO Eric Knight in einem Interview mit der «Finanz und Wirtschaft» vom Mittwoch. «Wir sind gut vorbereitet, unsere Strategie steht. Wir haben die Anwälte», sagte Knight.

Das Angebot widerspiegelt seiner Ansicht nach nicht den vollen Wert des Unternehmens. «Die Wasserkraftwerke von Alpiq zählen zu den wertvollsten Anlagen der Welt», argumentierte Knight. Sie seien aber nicht dementsprechend bewertet. Im Gegenteil: «Der Wert dieser einzigartigen, strategisch für die Schweiz enorm wich­tigen Anlagen wird fast komplett ignoriert.»

Schweizer Geschäft an die Börse bringen

Knight schlug dem Verwaltungsrat der Alpiq deshalb vor, das Schweizer Geschäft der Gesellschaft an die Börse zu bringen. «Wenn Alpiq Suisse allein an der Börse wäre, wäre sie für Investoren enorm attraktiv. Ihre Aktien würde nicht zu einem Abschlag gegenüber dem Buchwert gehandelt, sondern zum Doppelten des Buchwerts oder noch höher», sagte Knight. Dadurch hätte Alpiq Suisse Zugang zu riesigen Mengen an Kapital, wodurch sie eine strategische Bedeutung in der Energiewende spielen könnte.

Der Verwaltungsrat trat jedoch nicht auf den Vorschlag des Investors ein: «Er hat keine Ambitionen für die Schweiz oder für Alpiq», wirft Knight ihm vor. Es fehle ihm an Vorstellungskraft und Visionen. Knight fürchtet weitreichende Folgen durch den Entscheid der Alpiq: «Der Schaden, der angerichtet wird, betrifft zudem nicht nur Alpiq, sondern den gesamten Finanzplatz Schweiz. Es erinnert an die Zeit vor 25 bis 30 Jahren, als Minderheitsaktionäre in der Schweiz keine Rechte besassen», so Knight im Interview. Die schlechte Behandlung der Minderheitsaktionäre würde deshalb Investoren in Nordamerika oder Asien abschrecken.

Alpiq verteidigt ihr Angebot

Knight Vinke habe nun zwei Monate Zeit, um eine Klage einzureichen. Der CEO vermutet, dass der Anlagefonds den Kampf nicht alleine führen wird. «Vermutlich werden wir in dieser Zeit noch von anderen Aktionären kontaktiert werden, mit denen wir allenfalls gemeinsam agieren werden.» Derzeit sehe es so aus, als hätte man fast 100 Prozent des Free Float auf der Seite von Knight Vinke. Der Anlagefonds selbst halte zwischen 1 und 3 Prozent an Alpiq.

Seitens der Alpiq wird das Angebot verteidigt. Wie Mediensprecherin Sabine Labonte gegenüber der «Finanz und Wirtschaft» sagte, entspreche der Wert der Aktien dem Marktpreis an der Börse, der die Erwartungen der Minderheitsaktionäre widerspiegle.