Zum Muttertag: Auf Google nimmt der Blumen-Trend ab, in den Geschäften läuft's

Schweizerinnen und Schweizer verlieren zum Muttertag die Lust, im Internet nach Blumen zu suchen. In den Läden zeigt sich derweil ein anderer Trend: Die Nachfrage ist seit Mitte März stark gestiegen.

Sarah Kunz
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Seitdem Gartencenter und Blumenläden ihre Türen wieder öffnen durften, haben die Floristen einen starken Anstieg der Nachfrage erlebt.

Seitdem Gartencenter und Blumenläden ihre Türen wieder öffnen durften, haben die Floristen einen starken Anstieg der Nachfrage erlebt. 

Keystone

Blumen sind seit jeher das beliebteste Geschenk zum Muttertag. Wenn man Google Trends in Betracht zieht, nimmt die Beliebtheit in diesem Jahr jedoch ab: Im Vergleich zu den vergangenen fünf Jahren haben Schweizerinnen und Schweizer deutlich weniger nach der Begriffskonstellation «Muttertag Blumen» gesucht. Verglichen mit dem Jahr 2017 gar nur halb so oft. Damals lag das Suchinteresse bei 85 Prozent, heuer, Stand Samstag, erreichte der Spitzenwert gerade einmal 40 Prozent.

Die Vermutung liegt nahe, dass das Coronavirus der Grund für diese Statistik ist. Denn ob man der Mama zum Muttertag einen Blumenstrauss schenken kann, stand wegen des Lockdowns lange in den Sternen. Erst seit zwei Wochen dürfen Gartencenter, Blumenläden und Detailhändler wieder Pflanzen verkaufen. Dort sorgen die Lockerungsmassnahmen seither für einen regelrechten Run: «Wir haben einen starken Anstieg der Nachfrage erlebt», sagt Urs Meier auf Anfrage. Meier ist Geschäftsleiter des Schweizerischen Floristenverbands florist.ch.

Verkauf von Schweizer Blumen blüht auf

Während der Lockdown-Phase hätten so viele Leute wie noch nie online bei Blumengeschäften wie etwa florist.ch-Partner Fleurop eingekauft. Die massiv gesteigerte Nachfrage konnte zeitweise nur mit Sondereinsätzen befriedigt werden. Meier vermutet, dass dieser Trend auch in Zukunft zumindest teilweise bestehen könnte. Aber auch der Ladenverkauf laufe wieder überraschend gut. «Wir haben nicht mit so einem Ansturm gerechnet», sagt Meier. Die meisten Läden haben wieder offen, einige kleinere, die die Schutzmassnahmen kaum umsetzen können, bleiben vorerst weiterhin geschlossen.

Da einige Lieferdestinationen wie etwa Holland ebenfalls vom Coronavirus betroffen sind, konnten laut Meier deutlich weniger Blumen importiert werden. Davon profitierten Schweizer Produzenten. «Schweizer Blumen erleben gerade eine Renaissance», sagt der Florist. So herrsche momentan eine aussergewöhnlich hohe Nachfrage nach Tulpen oder Gerbera. Bei diesen Blumen sei alles ausverkauft.

Den Run auf Grünes können auch Grosshändler bestätigen, wie Coop und Migros auf Anfrage mitteilen: «Unseren Kunden haben die Blumen gefehlt», sagt Migros-Sprecher Marcel Schlatter. Bei den Schnittblumen und Zimmerpflanzen bewege sich die Nachfrage auf dem Niveau des Vorjahres. Migros-Kunden kaufen jedoch laut Schlatter mehr Gartenpflanzen. «Hier besteht eindeutig Nachholbedarf.»