Zürcher Baudirektion reicht Strafanzeige gegen zwei Verwaltungsräte der Papierfabrik Horgen ein

Die Baudirektion des Kantons Zürich hegt den Verdacht, dass der ehemaligen Papierfabrik vorsätzlich Mittel entzogen wurden, die für die Sanierung von Altlasten im Zürichsee erforderlich gewesen wären.

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Auf dem Areal der ehemaligen Papierfabrik in Horgen sind mittlerweile Luxuswohnungen entstanden. (Archivbild)

Auf dem Areal der ehemaligen Papierfabrik in Horgen sind mittlerweile Luxuswohnungen entstanden. (Archivbild)

Patrick Gutenberg

(sku) Die Strafanzeige richtet sich gegen einen gegenwärtigen und einen ehemaligen Verwaltungsrat der ehemaligen Papierfabrik Horgen, wie die Zürcher Baudirektion am Donnerstag schreibt. Die beiden Verwaltungsräte stehen laut der Baudirektion im Verdacht, sich unter anderem der ungetreuen Geschäftsbesorgung sowie der Urkundenfälschung strafbar gemacht zu haben.

Hintergrund der Strafanzeige ist die Verschmutzung des Zürichsees direkt vor der Papierfabrik durch deren jahrzehntelanges Einleiten der Abwässer mit Papierschlammablagerungen. Im Sommer 2019 hatte das Bundesgericht entschieden, dass die Firma für die Sanierung aufkommen muss. Die Firma wurde daraufhin vom Zürcher Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) verpflichtet, von den anstehenden Sanierungskosten einen Anteil von 8,55 Millionen Franken zu übernehmen. Die Forderung führte die «Papiiri» aber offenbar in die Überschuldung: Seit dem vergangenen Herbst ist sie zahlungsunfähig.

Nach Ansicht der Baudirektion hätte die Papierfabrik bereits seit dem Jahr 2008 davon ausgehen müssen, dass der Kanton Zürich für die Sanierung des belasteten Gebiets eine berechtigte Millionenforderung geltend machen werde, heisst es weiter. Statt Rückstellungen vorzunehmen, habe es die Geschäftsleitung aber zugelassen, dass Gesellschaftsmittel an die Aktionäre ausgeschüttet wurden. Dadurch bestehe der konkrete Verdacht, dass die angezeigten Verwaltungsräte ihre Pflichten zum Schaden der Gesellschaft und der Gläubiger verletzt haben.