Weihbischof erntet wegen Äusserungen zum Corona-Virus Kritik

Der Churer Weihbischof Marian Eleganti hat ein umstrittenes Video auf dem Online-Portal kath.net veröffentlicht, in dem er unter anderem die Leerung von Weihwasserbecken als Corona-Schutzmassnahme kritisiert. 

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Marian Eleganti ist seit 2009 Weihbischof von Chur. Zuvor war er Abt der Abtei St. Otmarsberg (SG).

Marian Eleganti ist seit 2009 Weihbischof von Chur. Zuvor war er Abt der Abtei St. Otmarsberg (SG). 

Sandra Ardizzone 

(agl) Leere Weihwasserbecken bedeuten eine Kapitulation im Glauben, findet Eleganti im Video. Dieses wurde am 10. März über die ausserkirchliche konservative Plattform kath.net veröffentlicht. «Das Vertrauen auf Gott ist essenziell», so der in Zürich lebende Weihbischof.

Zur Schliessung der Bäder im Wallfahrtsort Lourdes sagt Eleganti, es sei noch nie überliefert worden, dass sich in den Bädern, wo tausende Kranke gebadet hätten, irgendjemand angesteckt hätte. Ebenso plädiert er dafür, dass Gläubige weiterhin die Mundkommunion erhalten können, bei der ihnen die geweihte Hostie direkt in den Mund gelegt wird. 

Kritik von der Zürcher Gesundheitsdirektion

Auf dem Portal kath.ch, das vom Katholischen Medienzentrum im Auftrag der römisch-katholischen Kirche betrieben wird, erntet Eleganti nun Kritik von der Zürcher Gesundheitsdirektion. Selbstverständlich dürfe er die Gläubigen darauf aufmerksam machen, welche christliche Bedeutung er dem Weihwasser und der Kommunion beimesse, sagt Sprecher Marcel Odermatt.

Wie er gegenüber CH Media bestätigt, bitte die Gesundheitsdirektion die Verantwortlichen der katholischen Kirche jedoch, den Empfehlungen der Behörden unbedingt zu folgen. «Es wäre sicher auch nicht im Sinne eines Würdenträgers, wenn sich ein Gläubiger ausgerechnet in seinem Gotteshaus mit dem Virus anstecken würde», so Odermatt.

Auch der Chefredaktor von kath.ch findet in einem Kommentar deutliche Worte: Eleganti falle mit seinen Aussagen den Gesundheitsbehörden, seinen «Mitbrüdern» in der Bischofskonferenz und sogar dem Papst in den Rücken.