Untersuchung gegen Krienser Prediger eingestellt

Einem muslimischen Prediger wurde vorgeworfen, dass er in einer Predigt in Kriens zu Gewalt aufgerufen habe. Doch im Laufe der Ermittlungen zeigte sich, dass diese Vorwürfe nicht bestätigt werden konnten.

 
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Blick in die Dar-Assalam-Moschee in Kriens.

Blick in die Dar-Assalam-Moschee in Kriens.

Nadia Schärli / Luzerner Zeitung

(rk) Der Fall sorgte schweizweit für Schlagzeilen: Im vergangenen Sommer soll ein Imam in der Krienser Dar-Assalam-Moschee frauenfeindliche Äusserungen gemacht haben. Das behauptete die «Sonntagszeitung», allerdings ohne die Quelle dieser Information zu nennen.

In der Folge wurde die Luzerner Staatsanwaltschaft aktiv. Sie ermittelte wegen «öffentlichem Aufruf zu Verbrechen oder Gewalttätigkeit», was ein Offizialdelikt darstellt. Der im Kanton Nidwalden wohnhafte Prediger wurde im Oktober 2019 festgenommen. Zudem wurde eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Doch im Laufe der Ermittlungen kam nichts Belastendes zum Vorschein. Die Vorwürfe gegen den heute 39-jährigen Iraker konnten nicht bestätigt werden. Deshalb wurden die Untersuchungen nun eingestellt, wie die zuständige Staatsanwaltschaft Emmen am Dienstag mitteilte.

Schlecht bezahlt und kaum ausgebildet

Der Fall Kriens legte exemplarisch die Probleme von vielen Schweizer Moscheen zutage: Sie haben nicht das Geld, um einen ausgebildeten Imam anzustellen. Deshalb greifen sie auf Laienprediger zurück, die kaum über eine theologische Ausbildung verfügen. Diese Prediger sind meist ehrenamtlich oder für ein kleines Gehalt von den Moscheevereinen angestellt und gehen daneben einem Haupterwerb nach. Das war auch bei der Dar-Assalam-Moschee in Kriens der Fall, die mehrheitlich von arabischstämmigen Muslimen besucht wird. Der Moscheeverein Dar Assalam hat sich kurz nach der Eröffnung der Untersuchung vom irakischen Prediger getrennt und sucht nun einen neuen Imam.

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