Universitätsspital Zürich und Herzklinik-Direktor einigen sich auf Trennung

Der beurlaubte Direktor der Herzklinik am Universitätsspitals Zürich (USZ) kehrt nicht mehr zurück an seinen Arbeitsplatz. Wie das USZ mitteilt, hat es sich mit dem Herzchirurgen auf eine Trennung geeinigt.

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Das Universitätsspital Zürich (USZ) will mit neuer Leitung einen Neustart seiner krisengeschüttelten Herzklinik erreichen.

Das Universitätsspital Zürich (USZ) will mit neuer Leitung einen Neustart seiner krisengeschüttelten Herzklinik erreichen.

Ennio Leanza / Limmattaler Zeitung

(sat) Details zu dieser «einvernehmlichen Lösung» nennt das USZ in einer Mitteilung vom Donnerstag keine. Bereits Ende Mai hatte das Spital den Herzchirurgen formal seines Amtes enthoben. Paul R. Vogt ist vom USZ derweil definitiv mit der Leitung der Klinik für Herzchirurgie betraut worden. Er führte sie bereits ad interim. Mit dem leitenden Arzt, welcher die Vorwürfe gegen den Herzklinik-Direktor zuerst intern anprangerte, aber kein Gehör fand, hat das USZ dagegen laut Mitteilung noch keine Art der Trennung finden können. Als Whistleblower soll dieser die Vorwürfe gegen seinen Chef publik gemacht haben. Klar ist aber laut Mitteilung, dass sich das Spital von beiden Medizinern trennen will.

Die begonnene Untersuchung ist laut Universitätsspital Zürich allerdings noch nicht abgeschlossen. Dem ehemaligen Direktor der Herzklinik wird unter anderem vorgeworfen, bei Operationen Implantate von Firmen verwendet zu haben, an denen er selber finanziell beteiligt ist. Dies hat er nicht transparent gemacht. Zudem habe er die Fälle unkorrekt dokumentiert und damit auch im Umgang mit Behörden und bei der Abbildung von Forschungsergebnissen den Standards des USZ widersprochen. In einer ersten Stellungnahme hatte sich das Spital noch hinter seinen Herzklinik-Chef gestellt.

Publik gemacht haben die Vorwürfe Ende Mai die Zeitungen von Tamedia. Der Whistleblower, welcher den Skandal am USZ ins Rollen brachte, wurde nach der Publikation erst entlassen, dann wieder eingestellt, allerdings gleichzeitig freigestellt. Für einen Neustart seiner Herzklinik kündigt das USZ die Einführung einer externen und anonymen Meldestelle. Diese soll bereits in den nächsten Wochen in Betrieb gehen. Zudem soll das bestehende Transparenz-Register noch diesen Herbst ausgebaut werden.