Sturmtief «Brigitte»: Grosse Regenmengen und Erdrutsche – 13 Personen aus Diesbach vorsorglich evakuiert

Bis am Samstagmittag brachte Tief «Brigitte» im Süden und in den Alpengebieten grosse Regenmengen. Es besteht weiterhin Gefahr von Hochwasser, Erdrutschen und Murgängen.

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Die Reuss tritt über die Ufer und überschwemmt die Autobahn A2.
Kurz vor der Mündung in den Urner See ist die Reuss über die Ufer getreten.
Die Reuss bei Seedorf
Die Reuss bei der Mündung in den Urnersee
Viele Leute wollten sich die überschwemmte Autobahn und die Reuss ansehen. Die Reussbrücke in Seedorf wurde zum Treffpunkt der Bevölkerung.
Unterhalb der Autobahnauffahrt in Seedorf lief das Wasser über die Reuss in Richtung Naturschutzgebiet.
Die Reuss lief kontrolliert über. Ein Bild von der Autobahnauffahrt in Flüelen Richtung Seelisberg.
Kleinere Strassen sind wegen Hochwassergefahr nicht begehbar.
Das Geländer auf der Reussbrücke wurde entfernt, damit Baumstämme ungehindert die Reuss hinabfliessen können.
Die Autobahn A2 wurde in der Nacht auf Samstag vorsorglich gesperrt.
Die Autobahn A2 ist überflutet mit Wasser. Dies gehört zum Hochwasserschutzkonzept von Uri.
In Seedorf tritt die Reuss nach heftigen Regenfällen über die Ufer.
Die Reuss bringt am Samstagnachmittag viel Wasser.
Die Reuss führt sehr viel Wasser.
Ein Feuerwehrmann im Gespräch mit einer Spaziergängerin.
Die starken Regenfälle liessen den Pegel der Reuss ansteigen.
Diverse Feuerwehren des Kantons Uri standen in der Nacht auf Freitag im Einsatz.
Die Feuerwehr bereitet die kontrollierte Überflutung vor.
Die Feuerwehr ist damit beschäftigt, Sturm- und Wasserschäden zu beheben und Sperren in Betrieb zu nehmen.
Die Feuerwehr bereitet beim Interventionspunkt im Eyschachen in Altdorf die Barrikaden für die Kontrollierte Überflutung vor.
Kein Verkehr am Samstagmorgen: Die Autobahn A2 ist zwischen Erstfeld und Beckenried gesperrt.

Bild: Urs Flüeler / Keystone (Seedorf, 3. Oktober 2020)

(dpo) Im Vorfeld von Tief «Brigitte» hat sich am Freitag im Alpenraum eine stürmische Südstaulage eingestellt. Auf der Alpensüdseite setze kräftiger Dauerregen ein, im Tessin gab es teilweise über 200 Liter Regen pro Quadratmeter, wie Meteonews am Samstag schreibt. Zum Teil wurden an einigen Messstationen wurden #Niederschlagsmengen nahe den Rekordwerten oder gar neue Niederschlagsrekorde registriert, wie Meteoschweiz schreibt. So fielen in Camedo etwa 421 mm Regen innerhalb von 24 Stunden.

Stassen und Bahnlinien gesperrt

Im Kanton Uri mussten Strassen am frühen Samstagmorgen wegen Hochwasser gesperrt werden. Betroffen war insbesondere die Autobahn A2 zwischen dem Anschluss Beckenried und dem Anschluss Erstfeld in beide Fahrrichtungen, teilte die Kantonspolizei Uri mit. Die Behörden appellierten an die Urner Bevölkerung, wenn möglich zu Hause zu bleiben.

Intensive Niederschläge führten auch in Glarus zu hohen Abflüssen in verschiedenen Bächen. Besonders stark schwoll der Diesbach an, wie es auf der Website des Kantons heisst. 13 Personen aus dem Quartier Dornhaus in Diesbach mussten am Samstagmorgen vorsorglich evakuiert werden. Die SBB musste den Betrieb auf der Strecke zwischen Schwanden und Linthal einstellen.

Orkanböen in den Bergen

Das Simplongebiet verzeichnete ebenfalls grosse Niederschlagsmengen. In Binn wurden 265 und in Simplon-Dorf 241 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. Im Oberwallis haben sich mehrere Erdrutsche, Felsstürze und Überschwemmungen ereignet. Die Kantonspolizei rät weiterhin zur Vorsicht.

Im Kanton Aargau kam es auf der A1 gleich zu drei Unfällen, die auf Aquaplaning zurückzuführen sind. Verletzt wurde niemand, doch es entstand grosser Sachschaden, teilte die Kantonspolizei mit.

In den nördlichen Alpentälern setzte am Freitag starker bis stürmischer Föhn ein. Die stärksten Böen wurden laut Meteonews mit 158 Kilometern pro Stunde in Elm registriert. In den Bergen kam es teilweise zu Orkanböen, so wurden auf dem Gütsch oberhalb von Andermatt 168 Kilometer pro Stunde gemessen.