Stiftung für Asbestopfer vergibt 2019 so viele Entschädigungen wie noch nie

2019 gingen bei der Stiftung Entschädigungsfonds für Asbestopfer (EFA) 88 Gesuche ein. Das ist der Höchststand seit der Gründung der Stiftung im Jahr 2017. Die Stiftung sorgt sich wegen Corona um ihre Finanzierung.

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In vielen älteren Häusern ist heute noch Asbest verbaut. (Symbolbild)

In vielen älteren Häusern ist heute noch Asbest verbaut. (Symbolbild)

Andrea Stalder

(agl) Die EFA bezahlte letztes Jahr 52 Entschädigungen an Asbest-Opfer im Wert von rund 4,7 Millionen Franke aus. Die durchschnittliche Entschädigung betrug 146’000 Franken. Derweil habe die Stiftung 11,48 Millionen an Spendengeldern erhalten, insbesondere vom Verband öffentlicher Verkehr und vom Schweizerischen Versicherungsverband.

Aufgrund der Coronakrise werde es nicht einfacher, die benötigten Spenden zu generieren, schreibt die EFA weiter. Doch ohne einen «markanten Geldzufluss» wären die Mittel Ende 2021 aufgebraucht. Die EFA sieht in erster Linie die Wirtschaft in der Pflicht: «Die gesellschaftliche Verantwortung von Wirtschaft und Industrie wegen den unerwünschten Folgen des technischen Fortschritts ist nach wie vor unbestritten», wird Stiftungspräsident Urs Berger in der Mitteilung zitiert.

Der Kontakt mit feinsten Asbest-Fasern, beispielsweise bei der Verarbeitung auf dem Bau, kann Jahrzehnte später zu einem malignen Mesotheliom, einer schweren Tumorerkrankung führen. In der Schweiz erkrankten bisher rund 120 Personen jährlich daran, prognostiziert ist ein Anstieg auf 170 Fälle pro Jahr. Asbest ist seit 1990 in der Schweiz verboten.