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Starkregen beschert den Rettungskräften im Tessin viel Arbeit

Im Süden der Schweiz ist in den letzten 24 Stunden fast so viel Regen vom Himmel gefallen wie sonst jeweils im ganzen Monat August. Mehrere Schlammlawinen und geflutete Keller halten die Einsatzkräfte auf Trab.

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(sat) Die Warnung der Behörden vor Unwettern bereits am Donnerstag war nicht übertrieben. Am Freitagabend und in der Nacht auf Samstag sind im Süden der Schweiz bereits verbreitet über 100 Millimeter Regen vom Himmel gefallen. Wie SRF Meteo in seinem Blog schreibt, lag der Schwerpunkt des Unwetters im Mitteltessin und in der Region Lugano. Die Stadtverwaltung hatte am Freitag denn auch bereits vorgesorgt und mehrere Pärke fürs ganze Wochenende für Besucher gesperrt.

Wie das Tessiner Radio (RSI) meldet, sind vor allem am Freitagabend zahlreiche Feuerwehr- und Polizeikräfte im Einsatz gestanden. Auslöser waren überflutete Keller sowie kleinere Erdrutsche. Verletzt wurde laut Auskunft der Tessiner Kantonspolizei vom Samstagmorgen niemand. Ein Haus in Bissone habe aber evakuiert werden müssen nachdem es von einer Schlammlawine getroffen wurde. Nördlich des Ceneri, in der Region Bellinzona, seien ebenfalls mehrere Strassen überflutet worden. Am Samstag früh musste laut SRF Meteo zudem die Strasse zwischen Locarno und Brissago wegen Steinschlags gesperrt werden.

Feuerwehrleute im Einsatz nach einem Erdrutsch am Freitagabend in Bissone.

Feuerwehrleute im Einsatz nach einem Erdrutsch am Freitagabend in Bissone.

Francesca Agosta / Keystone

Kritischer präsentiert sich die Situation laut RSI gleich ennet der Grenze. Am Lago Maggiore wurde die Staatsstrasse nach einem Erdrutsch gesperrt. Drei Fahrzeuge wurden von den Schlammmassen mitgerissen. Verletzt wurde niemand. Weil aber eine Pipeline beschädigt worden ist, befürchten die Behörden einen Gasaustritt. Auch am östlichen Ufer des Comersees musste die Staatsstrasse nach einem Erdrutsch vorübergehend gesperrt werden.

Auch in Graubünden und im Süden St.Gallens viel Regen

Nach trockeneren Phasen wird der Starkregen am Samstag laut Prognosen zurückkehren. Wie RSI meldet, warnen die kantonalen Behörden diesmal insbesondere vor heftigen Niederschlägen nördlich des Ceneri. Autos sollen wenn möglich nicht benützt werden. Und von Flussufern sowie Brücken möge sich die Bevölkerung fernhalten. Laut SRF Meteo werden bis Sonntag in der Südschweiz stellenweise nochmals 200 Millimeter Regen erwartet. Diesmal dürften die heftigen Regenfälle zudem bis über die Alpen reichen. In Graubünden, im Glarnerland sowie im südlichen Kanton St.Gallen werden laut SRF Meteo bis Sonntagabend insgesamt ebenfalls 80 bis 150 Millimeter Regen erwartet.

Wie Guido Della Bruna von Meteo Schweiz gegenüber RSI sagte, beenden die Regenfälle vom Wochenende «eine Wettersituation, die praktisch seit Anfang Juni andauerte». Ob der Sommer damit bereits vorbei ist, sei zwar noch zu früh zu beurteilen. Klar sei aber, dass die Temperaturen frühestens Ende nächste Woche wieder sommerlich warm werden dürfen.

Weil die Schneefallgrenze trotz der im Flachland kühleren Temperaturen nach wie vor bei etwa 2500 Metern liegt, warnen die Wetterfrösche und Behörden namentlich in der Südschweiz – aber auch in weiten Teilen Graubündens – weiterhin vor Hochwasser, Murgängen und Erdrutschen.