Spendeneinbruch bei ökumenischer Osterkampagne wegen Coronavirus

Mindestens eine halbe Million Spenden fehlen in den Kassen von «Brot für alle», Fastenopfer und «Partner sein». Trotz vieler abgesagter Anlässe sehen die Träger der ökumenischen Osterkampagne auch «Lichtblicke».

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Ein Bauer aus Benin präsentiert seinen Brief im Rahmen der ökumenischen Osterkampagne an das Staatssekretariat für Wirtschaft in Bern.

Ein Bauer aus Benin präsentiert seinen Brief im Rahmen der ökumenischen Osterkampagne an das Staatssekretariat für Wirtschaft in Bern.

HO

(sat) Namentlich freuen sich die Trägerorganisationen der alljährlichen Osterkampagne in einer Mitteilung vom Ostermontag über die von 2300 Personen unterzeichneten 1300 Briefen aus aller Welt an das Eidgenössische Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) in Bern. Darin fordern laut Medienmitteilung Kleinbauern aus Asien, Afrika und Lateinamerika die Schweiz auf, bei Verhandlungen über Freihandelsverträge den Partnerstaaten keinen strengen Sortenschutz vorzuschreiben. «Die zahlreichen Reaktionen aus derart vielen Ländern zeigen, wie relevant dieses Thema für die Bäuerinnen und Bauern ist», wird Tina Goethe von «Brot für alle» in der Mitteilung zitiert.

Bereits Mitte Februar – also zum Beginn der ökumenischen Kampagne – hat das Seco auf seiner Homepage eine Stellungnahme zur Forderung der Entwicklungshilfeorganisationen aufgeschaltet. Darin hält das Staatssekretariat für Wirtschaft fest, dass «bei Bedarf» mit Partnerländern «individuelle Alternativlösungen» zur sogenannten UPOV-Konvention des Internationalen Verbandes zum Schutz von Pflanzenzüchtungen gesucht werden könne.

Ausfälle werden erst noch klar

Über diese Problemanerkennung und «Offenheit» der offiziellen Schweiz freuen sich die Entwicklungshilfeorganisationen in ihrer Mitteilung vom Ostermontag. «Wer das Saatgut kontrolliert, kontrolliert die Nahrung», lässt sich Claudia Fuhrer von Fastenopfer zitieren. «Darum ist es wichtig, dass die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern weiter uneingeschränkt über Saatgut verfügen können und es nicht von Agrarkonzernen monopolisiert wird.»

Die Briefe aus aller Welt können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die diesjährige Kampagne zumindest finanziell äusserst durchzogen ausfällt. So mussten wegen dem Coronavirus die meisten Suppentage, Gottesdienste und Podien abgesagt werden. Auch der traditionelle Strassenverkauf von Rosen zum Frühlingsbeginn fiel aus. Damit fehlt den drei beteiligten Entwicklungshilfeorganisationen für ihre Arbeit nun «mindestens eine halbe Million Franken». Wie sehr die Coronakrise die Spendensammlung effektiv beeinflusst hat, wird sich laut Mitteilung jedoch erst in den kommenden Wochen zeigen.

Spendensammlungen wenn möglich nachholen

Innert kurzer Zeit konnte demnach zwar die Online-Aktion «Kleine Suppe mit grosser Wirkung» auf die Beine gestellt werden. Dabei können Pfarreien und Kirchgemeinden Suppentüten online bestellen oder ihren Mitgliedern nach Hause schicken lassen. Und auch die bereits bestellten Fair-trade-Rosen für den Strassenverkauf hätten an Spitäler und Altersheime verschenkt werden können, was auf ein «gutes Echo» stiess.

Dennoch bezeichnet es Bernd Nilles, Geschäftsleiter Fastenopfer, als «tragisch», dass gerade «Spendensammlungen für die Ärmsten» der Coronakrise zum Opfer fielen. Darum wollten die Träger der ökumenischen Osterkampagne auch versuchen, so viele Aktionen und Anlässe wie möglich im Verlauf des Jahres nachzuholen.