Schrumpfende Biodiversität: Bienen und Schmetterlinge finden weniger Futter

Im Kanton Zürich hat die Diversität der Futterpflanzen für Insekten in den vergangenen 100 Jahren drastisch abgenommen, stellen Forscher der Universität Zürich fest. Damit fehle ihnen ihre Nahrungsgrundlage.

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Ein Schmetterling auf Futtersuche.

Ein Schmetterling auf Futtersuche.

Keystone

(sku) Der Rückgang an Futterpflanzen sei generell und betreffe unterschiedliche Insekten, schreibt die Universität Zürich am Montag. Um zu diesem Schluss zu gelangen, verglichen Wissenschafter der Universitäten Bonn und Zürich sowie der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft Kartierungen der Jahre 2012 bis 2017 mit Einschätzungen aus den Jahren 1900 bis 1930 im Kanton Zürich. In dieser Zeitspanne seien etwa Feuchtgebiete um rund 90 Prozent geschrumpft. Grund dafür seien die Vereinheitlichung der ursprünglich vielfältigen Landschaft und die intensivere Nutzung von Futter- und Ackerbau.

Insbesondere seien die Futterpflanzen spezialisierter Bestäubergruppen vom Rückgang betroffen. So werde etwa die Scabiosen-Flockenblume nur von Hummeln, Bienen und Schmetterlingen bestäubt, da ihre Rüssel lang genug sind, um an den Pollen und Nektar heranzukommen. Besonders dramatisch ist der Rückgang laut den Wissenschaftern bei Pflanzenarten, die nur von einer einzigen Insektengruppe bestäubt werden können — wie etwa beim Blauen Eisenhut.

Insgesamt seien alle Pflanzengemeinschaften deutlich monotoner geworden. Die Daten der Wissenschafter würden zudem zeigen, dass etwa die Hälfte aller Arten deutlich abgenommen hat. Hingegen nur zehn Prozent der Arten hätten zugenommen.