«Schals der Schande»: Zoll beschlagnahmte letztes Jahr 79 Schals aus Shatoosh-Wolle

In der Schweiz sind im letzten Jahr illegale 79 Shatoosh-Schals beschlagnahmt worden – so viele wie noch nie. Die Wolle wird aus der vom Aussterben bedrohten Tibetantilope gewonnen.

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Die Wolle der Tibetantilope – im Bild ein Neugeborenes – ist begehrt. Weil die Tiere nicht geschoren werden können, sind sie vom Aussterben bedroht.

Die Wolle der Tibetantilope – im Bild ein Neugeborenes – ist begehrt. Weil die Tiere nicht geschoren werden können, sind sie vom Aussterben bedroht.

Keystone

(rwa) Tibetantilopen können nicht geschoren werden. Für die Gewinnung der Shatoosh-Wolle müssen die Tiere getötet werden. Für die Herstellung eines einzelnen Schals sterben drei bis fünf Antilopen. Aufgrund der hohen Nachfrage ist die Tibetantilope bereits vom Aussterben bedroht und der Handel mit Schals aus ihrer Wolle international strengstens verboten.

Dass der illegale Handel nicht abreisst, zeigen nun neue Zahlen, welche das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) am Donnerstag veröffentlicht hat. Im letzten Jahr beschlagnahmte der Bund 79 Shatoosh-Schals. Dafür hätten 316 Tibetantilopen getötet werden müssen, schätzt das BLV.

Um das Aussterben des Tieres zu verhindern, seien weiterhin Anstrengungen notwendig. Der Handel wird laut BLV international organisiert. Die Zahl der in der Schweiz beschlagnahmten Schals sei dabei nur die Spitze des Eisbergs.