Noch tragen zu wenige Schlittler auf der Piste einen Helm

6500 Verletzte fordert das Schlitteln pro Jahr, wie die Beratungsstelle für Unfallverhütung meldet. Besonders Kopfzerbrechen bereitet den Spezialisten, dass immer noch viele Schlittler ohne Helm unterwegs sind. 

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Keine Ausnahme auf der Piste: Dieser Schlittenfahrer ist ohne Helm unterwegs.

Keine Ausnahme auf der Piste: Dieser Schlittenfahrer ist ohne Helm unterwegs.

Bild: Hanspeter Schiess

(mg) Der Ruf vom Schlitten als ungefährliche Sportart für die ganze Familie, halte eine Überprüfung durch die Unfallstatistik nicht stand. Wie die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) in einer Mitteilung vom Dienstag schreibt, müssen pro Jahr 6500 Personen nach einem Schlittelunfall ärztlich behandelt werden. Durchschnittlich ende jedes Jahr einer dieser Unfälle tödlich. 

Die Mehrheit der Verletzungen passiere bei Selbstunfällen. Allerdings komme es auch zu Kollisionen, etwa mit Personen, Bäumen, Absperrungen, Pfosten oder Autos. Das zeige, dass gute Vorbereitung, das richtige Material und eine korrekte Fahrtechnik auch beim Schlitteln entscheidend seien, so die BFU.

Nicht alle Schlitten sind zum schlitteln geeignet

Besonderes Augenmerk legt die Beratungsstelle aber auf den fehlenden Kopfschutz. Nur 80 Prozent der Kinder und Jugendlichen würden beim Schlitten einen Helm tragen, bei den Erwachsenen ist es nicht einmal die Hälfte. Bei den Ski- und Snowboardfahrer sind mittlerweile fast alle behelmt unterwegs. 15 Prozent aller Schlittelunfälle betreffen den Kopf. Mit einem Helm könne man das Risiko für schwere Verletzungen merklich minimieren. 

Die BFU weist auch darauf hin, dass klassische Schlitten wie der «Davoser» oder der «Grindelwalder» nicht als Sportgeräte gedacht seien, sondern für den Lastentransport. Ein Rodel sei die bessere Wahl. Diesen könne man präziser lenken.