Nachhaltigkeitsbörse stärkt die wirtschaftliche Neuausrichtung der Schweiz

Das Nationale Forschungsprogramm «Nachhaltige Wirtschaft» untersucht, wie die wirtschaftliche Neuausrichtung der Schweiz gelingen kann. Die Politik müsse Rahmenbedingungen für ein nachhaltiges Finanzierungswesen und Anreize für Änderungen im Lebensstil schaffen.

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Alle verwendeten Materialen, etwa Karton, sollen wiederverwertet werden. (Symbolbild)

Alle verwendeten Materialen, etwa Karton, sollen wiederverwertet werden. (Symbolbild)

Keystone

(nst) Das Forschungsprogramm soll Instrumente und Empfehlungen bereitstellen, die der Politik, der Wirtschaft und der Bevölkerung als Orientierungshilfe dienen, schreibt der Schweizerische Nationalfonds (SNF) am Dienstag. Ein Zwischenbericht präsentiert den Forschungsstand zur Halbzeit.

Der Staat könne das Vertrauen in ein nachhaltiges Finanzierungswesen stärken, schreibt der SNF. Dazu müssten nachhaltige Investitionen gefördert werden. Eine vorgeschlagene Innovation sei eine Schweizer Nachhaltigkeitsbörse (Swiss Social Stock Exchange). An dieser könnten gewinnorientierte Unternehmen dotiert werden, die einen sozialen oder ökologischen Zweck verfolgen.

Eingesetzte Rohstoffe sollen vollständig wiederverwertet werden

Jedoch sei auch eine Verhaltensänderung im Konsum notwendig, schreibt der SNF weiter. Nur so könne der ökologische Fussabdruck der Schweiz verkleinert werden. Erfreulicherweise würden die ersten Forschungsergebnisse keine negativen Übertragungseffekte bei umweltfreundlichen Verhaltensänderungen aufzeigen. So zeigten sich beispielsweise Massnahmen zur Reduktion des Stromverbrauchs als wirksam, ohne dass diese durch andere Ressourcen kompensiert wurden.

Darüber hinaus würden vielfältige Ansätze verfolgt, um Lieferketten nachhaltiger auszurichten. So sei beispielsweise bei Schokoladeherstellern die Transparenz entlang der Wertschöpfungskette ein Schlüssel zu mehr Nachhaltigkeit. Zudem sei es wichtig, dass Unternehmen ihre Geschäftsmodelle nach dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft gestalteten. So sollen eingesetzte Rohstoffe nach dem Lebensende der Produkte vollständig wiederverwertet werden.